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Heuer kein Eislaufplatz wie jeden Winter

21.09.2022 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dornbirn zieht Bregenz nach. In beiden Städten gibt es dieses Jahr Eislaufplätze aus Kunststoffplatten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Dornbirn zieht Bregenz nach. In beiden Städten gibt es dieses Jahr Eislaufplätze aus Kunststoffplatten. Hartinger

Derzeit heißt es Energie sparen. In Vaduz werden Eislaufschuhe durch Rollschuhe ausgetauscht. Am Dornbirner Weihnachtsmarkt gibt es dieses Jahr eine Kunststoffeisfläche.

Die erwarteten hohen Energiepreise machen auch vor der Vorweihnachtszeit keinen Halt. Die Vaduzer müssen etwa die Eislaufschuhe im Schrank lassen. Stattdessen werden Rollschuhe ausgepackt. Aus der Veranstaltung „Vaduz on Ice“ wird „Vaduz on Wheels“.

Die Organisatoren von „Vaduz on Ice“ haben sich nach Absprache mit dem Vaduzer Gemeinderat dazu entschieden, dieses Jahr das Event in einer abgeänderten Form anzubieten. Statt einem Eislaufplatz wird es ab dem elften November auf dem Rathausplatz eine Rollschuhbahn eröffnet. Das Event soll dabei ähnlich wie sonst ablaufen. „Es wird dieses Jahr einfach gerollt anstatt auf Kufen über das Eis gefahren“, so Projektleitung Philippe Nissl. Grund sind die erwarteten hohen Energiepreise. „Uns war die Planungssicherheit sehr wichtig“, so Nissl. So soll der Unsicherheit entgegengewirkt werden, dass bei möglichen Energieengpässen der Betrieb einer Eisbahn eingestellt werden müsste. Die Gesamtkosten würden sich durch den zusätzlichen Aufbau des Zeltes zwar in einem ähnlichen Bereich wie beim Betreiben einer Eisbahn bewegen. Eine Überdachung soll die Besucher nämlich bei Regen und Schnee schützen. Jedoch erwarten die Veranstalter eine Reduktion des Energieverbrauchs um mehr als die Hälfte. Dadurch wollen sie zudem einen Teil zum Energiesparen beitragen.

Kunststoff statt Eis

Nicht nur in Vaduz, auch in Dornbirn ist dieses Jahr eine neue Form des Eislaufplatzes geplant. Statt einer herkömmlichen Eisfläche wird diesen Winter auf eine Kunststoffeisfläche gesetzt. Diese soll Energie sparen und temperatur­unabhängig sein.

Den Plan bestätigt Geschäftsführer von Dornbirn Tourismus und des Stadtmarketings Herbert Kaufmann. Die geplante Änderung hinge aber nicht mit den erwarteten Energiepreisen zusammen. Die Entscheidung zu diesem Projekt sei schon im vergangenen Jahr vor Einsetzen der Energiekrise gefallen, erklärt Kaufmann. Man habe sich in Dornbirn nämlich schon seit mehreren Jahren mit dem Thema Energiesparen auseinandergesetzt und nach Potenzial zu Einsparungen von Energie gesucht. Eine Einsparmöglichkeit soll ab diesem Jahr in Dornbirn deshalb der Eislaufplatz sein.

Ob Kunststoffeisflächen abseits vom Umweltaspekt zum Eislaufen taugen, wurde vergangenen Winter überprüft. Diese wurden auf zwei Tennisplätzen des Tennisclubs Dornbirn für etwa zwei Monate von Schulklassen getestet, bevor sie nun dieses Jahr am Weihnachtmarkt umgesetzt werden. Man spüre zwar einen Unterschied zu einer richtigen Eislauffläche, so das Fazit von Kaufmann. Das betreffe etwa die Reibung. Für das private Eislaufen abseits des professionellen Sports sei ­dies aber mehr als ausreichend. Auch vonseiten des Stadtmarketings Bregenz heißt es, dass sich zwar die Rutschfähigkeit bei ­Kunststoffplatten von herkömmlichem Eis unterscheide, dies aber nur eine kleine Umgewöhnung sei.
Beim Weihnachtsmarkt in Bregenz wurden Kunststoffplatten schon im vergangenen Winter erstmals umgesetzt. Diese würden zwar Anschaffungskosten mit sich bringen, seien aber für den längerfristigen Einsatz geeignet und würden die Stromkosten nicht belasten, heißt es. Auch seien sie nicht von Klimaveränderungen abhängig, falls sich kalte Wintermonate nach hinten verschieben würden.