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Herbstauftakt mit Sonne bevor der Regen folgt

22.09.2022 • 19:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/Hartinger

In der Nacht auf heute hat der Herbst begonnen.

Pünktlich um 3.03 Uhr hat in der Nacht auf heute auch der kalendarische Herbst begonnen. „Genau zu diesem Zeitpunkt überschreitet die Sonne den Himmelsäquator und wechselt auf die Südhalbkugel des Firmaments“, erklärt dazu Clemens Teutsch-Zumtobel, Meteorologe von WetterOnline. Tag und Nacht sind dann astronomisch gesehen überall auf der Welt gleich lang: „Deshalb wird dieser Zeitpunkt als Tag-und-Nacht-Gleiche bezeichnet.“ Nunmehr werden die Tage auf der Nordhalbkugel wieder um bis zu fünf Minuten pro Tag kürzer. Auf der Südhalbkugel aber werden die Tage im Gegenzug länger, dort beginnt der Frühling, erläutert der Experte.

Sinkende Temperaturen

Es ändert sich im Herbst aber nicht nur die Länge der Tage. Aufgrund der Tatsache, dass sich die nördliche Erdhalbkugel immer mehr von der Sonne abwendet, treffen nach Angaben des Meteorologen auch deren Strahlen zunehmend flacher auf die Erde und wärmen nicht mehr so stark. Dennoch könne es trotz stetig sinkender Temperaturen oftmals trotzdem noch angenehm warm sein.

Altweibersommer

Für Perioden mit sonnigen und warmen Tagen zwischen Mitte September und Mitte Oktober gibt es auch den Begriff „Altweibersommer“. Ein stabiles Hochdruckgebiet bringt dabei laut Teutsch-Zumtobel neben kälteren Nächten trockene und warme Tage mit guter Fernsicht. Diese Witterung wecke dann oftmals positive Erinnerungen an den gerade zu Ende gegangenen Sommer. „Dabei hat der Begriff Altweibersommer wahrscheinlich mit einer besonderen Spinnenart zu tun und weniger mit alten Damen“, erklärt der Wetterexperte. Die winzigen, nur wenige Millimeter großen Baldachinspinnen würden im Gegensatz zu anderen Spinnen auch als ausgewachsene Tiere ihre Fäden benutzen, um sich durch die Luft treiben zu lassen. Dabei nutzen sie Wind und Thermik. Auf ihrem Flug hinterlassen sie dann überall auffällige Fäden.

Eine Erklärung des Wortes Altweibersommer leitet von Spinnfäden her. <span class="copyright">APA/dpa/Angelika Warmuth</span>
Eine Erklärung des Wortes Altweibersommer leitet von Spinnfäden her. APA/dpa/Angelika Warmuth

Dieses Phänomen könne ein Motiv des Namens Altweibersommer sein, meint der Meteorologe. Möglicherweise stamme der Wortteil „weiber“ aber auch vom althochdeutschen Wort „weibon“, das so viel wie „umhertreiben“ beziehungsweise „sich hin und her bewegen“ bedeute.

Wettervorschau

Wie ein solcher „Altweibersommer“ aussehen könnte, hat sich in den vergangenen Tagen gezeigt. Auch heute soll den Prognosen zufolge noch sonniges Wetter vorherrschen. Danach folgt allerdings eine Wetterverschlechterung, heißt es seitens der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Schon morgen nehme die Bewölkung zu, und in Vorarlberg könnte es bereits zu regnen beginnen, wobei regional auch leichter Föhn herrschen könnte.

Am Sonntag zieht laut ZAMG ein kleinräumiges Tief an der Alpensüdseite durch, außerdem gerät Österreich von Westen her unter Störungseinfluss. Der Wochenbeginn dürfte unbeständig ausfallen. Sonne und teils dichtere Wolken wechseln sich ab. Auch Regenschauer sind nicht ausgeschlossen.