Allgemein

Züchter von Tauben riskierte Tierseuche

22.09.2022 • 19:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Fabian strauch/Symbolbild</span>
Fabian strauch/Symbolbild

Geldstrafe für Taubenzüchter, der kranke Tauben frei fliegen ließ und kranke tote Tauben nicht entsorgte.

Der angeklagte Taubenzüchter riskierte mit seinem Fehlverhalten im September 2021 nach Ansicht der Richterin eine Tierseuche. Das trug ihm am Donnerstag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch einen Schuldspruch wegen des Vergehens der Gefährdung des Tierbestandes ein.
Dafür wurde der unbescholtene Arbeiter mit dem Nettoeinkommen von 3000 Euro zu einer Geldstrafe von 3060 Euro (180 Tagessätze zu je 17 Euro) verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für das selten angeklagte Vergehen wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet drei Monaten Haft.

Tote Tauben liegen gelassen

Der Taubenzüchter wurde bestraft, weil er nach den gerichtlichen Feststellungen einige seiner an der Papageienkrankheit erkrankten Tauben frei herumfliegen ließ. Und weil er mehrere an der Krankheit gestorbene Tauben neben seinen Taubengehegen liegen ließ und nicht entsorgte. Zudem habe er zu wenig Platz in den lediglich zwei Käfigen für seine rund 100 Tauben gehabt, sagte Richterin Silke Sandholzer in ihrer Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe auf Anordnungen der Mängel bei der Taubenhaltung beanstandenden Amtstierärztin nicht reagiert.
Der 56-jährige Angeklagte aus dem Bezirk Feldkirch sagte vor Gericht, er sei nicht schuldig. Er habe zwar zu viele Tauben gehabt. Aber keines der Tiere sei krank gewesen. Er sei seit 40 Jahren Taubenzüchter, gab der in Serbien geborene Österreicher zu Protokoll. Das Züchten von Tauben sei sein Hobby. Er habe neben seiner Wohnung einen kleinen Bauernhof bewirtschaftet, vor allem mit Tauben und Hühnern.

Geldbuße nicht bezahlt

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wollte das Strafverfahren ursprünglich einstellen und bot dem Beschuldigten dafür eine Diversion in der Form einer Geldbuße an. Der Beschuldigte bezahlte aber die Geldbuße nicht. Deshalb erhob die Staatsanwaltschaft Anklage.