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Aggressiver Teenager vergewaltigte Freundin

23.09.2022 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Geldstrafe und bedingte Haftstrafe: 16-Jähriger drohte nach Ansicht der Richter 15-jähriger Freundin mit weiteren Schlägen, wenn sie sich nicht von ihm vergewaltigen lasse.

Der 16-jährige hat nach den gerichtlichen Feststellungen am 11. Juni in der Dusche eines Klosters, in dem er damals wohnte, seine 15-jährige Freundin mit analem und oralem Geschlechtsverkehr vergewaltigt.
Vor allem deswegen wurde der mit einer Vorstrafe belastete Angeklagte am Freitag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von zwölf Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1440 Euro (360 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat der Arbeitslose seiner Ex-Freundin 2000 Euro zukommen zu lassen.

Urteil ist nicht rechtskräftig

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen für den Jugendlichen betrug null bis fünf Jahre Gefängnis. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht 18 Monaten Haft. Das geschah nach Ansicht der Richter am 11. Juni: Der eifersüchtige Angeklagte schlug und würgte seine Freundin, um die Herausgabe ihres Snapchat-Passworts zu erzwingen. Danach kündig­te er an, sie zu vergewaltigen. Wenn sie sich wehre, werde er sie neuerlich schlagen. Die eingeschüchterte 15-Jährige zog sich auf seine Anordnung hin aus und ließ den zweimaligen Geschlechtsverkehr über sich ergehen.

Vergewaltigung bestritten

Der Schuldspruch erfolgte auch wegen Körperverletzung, versuchter Körperverletzung, Nötigung, versuchter Nötigung und Sachbeschädigung, bei drei Vorfällen, jeweils zum Nachteil der 15-Jährigen. Dazu war der Angeklagte geständig. Der von Stefan Huchler verteidigte 16-Jährige bestritt aber die Vergewaltigung und sage, dabei habe es sich um einvernehmlichen Versöhnungssex gehandelt.

Die Richter hielten aber die belas­tenden Angaben des Mädchens für glaubwürdig. Zumal der Beschuldigte in einer Sprachnachricht gesagt habe, die 15-Jährige habe nicht gelogen, wie Richterin Sabina Tagwercher als Vorsitzende des Schöffensenats in ihrer Urteilsbegründung anmerkte. Zudem habe er ihr mitgeteilt, ihm tue leid, was er getan habe.

Antiaggressionstraining.

Der 16-Jährige hat Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen und sich einer Psychotherapie und einem Antiaggressionstraining zu unterziehen. Der Teenager befand sich 14 Tage lang in Untersuchungshaft. Im vorliegenden Fall sei es nicht notwendig, über den Jugendlichen eine zu verbüßende Gefängnisstrafe zu verhängen, meinte Richterin Tagwercher.