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Nacktvideo des kleinen Sohnes weitergeleitet

24.09.2022 • 16:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Geldstrafen wegen Kinderpornografie für Paar: Vater verschickte Video von nacktem vierjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin. Sie sandte das Video einem Sozialarbeiter.

Zwei ungewöhnliche Kinderpornoprozesse fanden am Donnerstag hintereinander im Saal 22 des Landesgerichts Feldkirch statt. Denn ein Liebespaar aus dem Bezirk Feldkirch hatte ein Video verschickt, das den drei- oder vierjährigen Sohn des Mannes mit nacktem Penis zeigt.

Urteile sind rechtskräftig

Dafür wurde der unbescholtene 36-Jährige zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2940 Euro (420 Tagessätze zu je 7 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 735 Euro. Über seine unbescholtene Lebensgefährtin wurde in der nächsten Verhandlung eine teilbedingte Geldstrafe von 720 Euro (180 Tagessätze à 4 Euro) verhängt, davon 180 Euro unbedingt. Beide Urteile, mit denen die Angeklagten und Staatsanwältin Julia Berchtold einverstanden waren, sind rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe für pornografische Darstellung Minderjähriger wäre drei Jahre Gefängnis gewesen.

Video weiter geschickt

Es sei verwerflich, dass ein Vater jahrelang ein Video mit einer pornografischen Darstellung seines Sohnes auf seinem Handy habe und es verschicke, sagte Richterin Silke Sandholzer. Der 36-Jährige hatte das von seinem Neffen angefertigte Video zwischen 2019 und 2022 besessen und es heuer im Juni seiner Lebensgefährtin geschickt. Die 39-Jährige, die nicht die Kindesmutter ist, leitete das Video im Juni einem Sozialarbeiter weiter. Sie habe von ihm nur wissen wollen, ob es sich dabei um Kinderpornografie handle oder nicht, sagte die Angeklagte. Aber sie habe gewusst, dass es verboten sei, Kinderpornografie jemandem zugänglich zu machen, sagte die Richterin.

Strafverfahren anhängig

Erstellt hatte das Video nach Darstellung der Staatsanwaltschaft zwischen 2014 und 2015 ein Neffe des 36-jährigen Angeklagten. Demnach hat der Neffe den damals drei- oder vierjährigen Sohn des 36-Jährigen dazu überredet, sich die Hose und Unterhose auszuziehen und seinen nackten Penis zu zeigen und sich dabei filmen zu lassen. 2019 hat der Neffe das Video demnach dem Vater des Kindes zukommen lassen. Gegen den Neffen des 36-Jährigen ist dazu nach Angaben der Staatsanwaltschaft Feldkirch in Deutschland ein Strafverfahren anhängig. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.


Gegen den Vater des 36-Jährigen ermittelt(e) die Staatsanwaltschaft Feldkirch nach Darstellung der Strafverfolgungsbehörde wegen des Verdachts, er habe Kinder seines Sohnes sexuell missbraucht. Auch für den Großvater der Kinder gilt die Unschuldsvermutung.

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