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Bald fahren 56 neue E-Busse

26.09.2022 • 20:38 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Vier E-Linienbusse sind bereits auf den Vorarlberger Straßen unterwegs.<span class="copyright">Hartinger</span>
Vier E-Linienbusse sind bereits auf den Vorarlberger Straßen unterwegs.Hartinger

In den nächsten drei Jahren sind neue Elektro-Busse auf Vorarlbergs Straßen unterwegs. ­

Wer den öffentlichen Verkehr in Vorarlberg nutzt, wird in Zukunft womöglich häufiger in einem E-Bus unterwegs sein. In den nächsten drei Jahren soll nämlich die E-Busflotte erweitert werden. Zu den derzeitigen vier E-Buslinien kommen noch 56 weitere Busse hinzu. Dies wurde gestern bei einer Pressekonferenz in der Postbusgarage in Wolfurt präsentiert.

Dort war auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler zu Gast. Denn die Aufstockung der E-Busflotte wurde durch das Förderprogramm für emissionsfreie Busse und Infrastruktur des Klimaschutzministeriums (EBIN) unterstützt. Der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) habe vor wenigen Monaten eine Förderzusage aus dem Programm erhalten, heißt es. Dieser speist aus dem Wiederherstellungs- und Resilienzfonds der EU-Kommission. „Nur dank dieser Bundesförderung von gut 21 Millionen Euro sind wir überhaupt dazu in der Lage, unser ambitioniertes Klimaschutzprogramm für den öffentlichen Verkehr in Vorarlberg zu verwirklichen und die Bestimmungen der Clean Vehicles Directive der EU einzuhalten“, so Mobilitätslandesrat Daniel Zadra. Die Gesamtkosten für den Kauf der 56 E-Busse sowie für die Errichtung neuer Depot-Ladestandorte und Ladepunkte betragen laut ihm rund 41,5 Millionen Euro.

Leonore Gewessler war auch zu Gast. Sie ist mit der Bahn angereist.<span class="copyright">Hartinger</span>
Leonore Gewessler war auch zu Gast. Sie ist mit der Bahn angereist.Hartinger

Grundlage für die Förderung ist, dass Gewessler den Verkehr als „wichtigen Hebel“ in der Energie- und Klimakrise sieht. Mit Ideen, Konzepten und Willen zur Umsetzung und einer Zusammenarbeit zwischen Bund und den Ländern sei eine Mobilitätswende gemeinsam schaffbar, so die Ministerin. Vorarlberg wird von ihr als Vorbild für den öffentlichen Verkehr gelobt. Vor allem den Bregenzerwald hebt Gewessler positiv hervor: „Der Busverkehr im Bregenzerwald dient als Best-practice-Beispiel in anderen Bundesländern.“ Sie selbst sei mit Bahn und einem E-Auto eines Carsharing-Anbieters nach Vorarlberg angereist. Bereits vor zwei Jahren sei Gewessler in Vorarlberg zu Gast gewesen, als die ersten Überland-E-Busse Österreichs in Betrieb genommen wurden.

Eine Radtour mit Leonore Gewessler sei sich gestern nicht mehr ausgegangen, bedauerte Daniel Zadra.<span class="copyright">Hartinger</span>
Eine Radtour mit Leonore Gewessler sei sich gestern nicht mehr ausgegangen, bedauerte Daniel Zadra.Hartinger

243.600 Liter Diesel gespart

Mit diesen geplanten E-Bussen sollen Emissionen reduziert werden. Dies soll laut Geschäftsführer der VVV Christian Hillbrand beim Testlauf gelungen sein: „Diese vier E-Linienbusse, die derzeit schon im Einsatz sind, haben in den letzten zwei Jahren 243.600 Liter Diesel eingespart.“
Die eingesparten Emissionen seien dabei nicht der einzige Profit. Die vier E-Busse hätten Daten für die Weiterentwicklung von elektrischer Antriebstechnologie geliefert. Auch seien sie als Input für das Projekt EBIN von großer Bedeutung gewesen.

Nun sollen weitere Busse folgen. „Sobald all diese Fahrzeuge im Einsatz sind, haben wir 16 Prozent der gesamten Vorarlberger Busflotte dekarbonisiert“, sagt Zadra. Die neuen Busse sollen demnach in den ersten fünf Jahren ihres Betriebs rund 19,5 Millionen Nutzwagenkilometer im Rheintal und im Bregenzerwald zurücklegen und dabei 18.600 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Dies sei laut Zadra erst der erste Schritt. Der VVV arbeite laut dem Geschäftsführer an weiteren Fördereinreichungen. In zwei Fördertranchen sollen bis 2025 weitere 80 E-Busse beschafft und im täglichen Linienverkehr eingesetzt werden. Es werde heute ein Antrag auf 47 weitere E-Busse gestellt, so Hillbrand.

Geschäftsführer der VVV Christian Hillbrand hat schon Zukunftspläne.<span class="copyright">Hartinger</span>
Geschäftsführer der VVV Christian Hillbrand hat schon Zukunftspläne.Hartinger

Fehlendes Personal

Im Vorarlberger Busverkehr wird nicht nur an den Emissionen gearbeitet. Wie in vielen anderen Bereichen herrscht auch in dieser Branche Personalmangel. Es fehle laut Zadra am Nachwuchs. Das Personal würde jedoch benö­tigt werden, um die Umstellung auf die E-Mobilität bewerkstelligen zu können. Derzeit könne im Gegensatz zu Innerösterreich der Busverkehr mit dem Personal jedoch noch bewältigt werden. Um den Beruf attraktiver zu machen, wird neuen Buslenkern der D-Führerschein finanziert. Auch wird vom Verkehrsleiter der Österreichischen Postbus AG Mathias Schönherr die Vereinbarkeit mit dem Familienleben betont. In Vorarlberg würden mit 20 Prozent überdurchschnittlich viele Buslenkerinnen arbeiten, so Schönherr.

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