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Gewalttätiger Stiefvater im Streit um Verhütung

03.10.2022 • 19:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte war ohne Verteidiger vor Gericht erschienen. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Der Angeklagte war ohne Verteidiger vor Gericht erschienen. Symbolbild/Hartinger

Geldstrafe für unbescholtenen 38-Jährigen, der bei 15-jähriger Stieftochter Gehirnerschütterung verursachte.

Nach den gerichtlichen Feststellungen trug sich der Vorfall so zu: Die 15-Jährige schrie, dass sie die „Pille danach“ brauche, weil sie am Vortag ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt habe. Wegen des Verhütungsthemas und des Umstands, dass seine Söhne aufgrund des Lärms nicht schlafen konnten, wurde der Angeklagte aus dem Bezirk Dornbirn am 26. Juni daheim wütend und gewalttätig.

Gehirnerschütterung

Nach Ansicht von Richter Martin Mitteregger sagte der 38-Jährige zu seiner Stieftochter, er werde sie umbringen, wenn sie das Zimmer nicht verlasse und nicht mit in den unteren Stock komme. Demnach zerrte er sie aus dem Zimmer, weil sie sich weigerte, mitzukommen. Dem Urteil zufolge packte der Arbeiter die Tochter seiner geschiedenen Frau am Hals und drückte sie gegen eine Wohnungswand. Dadurch erlitt die Jugendliche eine Gehirnerschütterung und damit eine leichte Verletzung.

Drei Jahre Bewährungszeit

Wegen versuchter Nötigung und Körperverletzung wurde der Türke am Montag am Landesgericht Feldkirch schuldig gesprochen. Dafür wurde der unbescholtene und geständige Angeklagte zu einer teilbedingten Geldstrafe von 2400 Euro (240 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1200 Euro. Die anderen 1200 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen. Als Teilschmerzengeld hat der Angeklagte dem Opfer, das nach eigenen Angaben eine Woche lang Schmerzen hatte, 500 Euro zukommen zu lassen.

Drei Tage Bedenkzeit

Das Urteil, mit dem der Angeklagte und Staatsanwalt Heinz Rusch einverstanden waren, ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte erhielt automatisch drei Tage Bedenkzeit, da er ohne Verteidiger zur Gerichtsverhandlung erschienen ist. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht vier Monaten Haft.

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