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Haft: Freund (11) des Sohnes missbraucht

03.10.2022 • 18:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vor dem Landesgericht Feldkirch musste sich der 53-Jährige verantworten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Vor dem Landesgericht Feldkirch musste sich der 53-Jährige verantworten. Hartinger

Geständiger 53-Jähriger vergriff sich im gemeinsamen Urlaub an unmündigem Buben.

Den besten Freund eines seiner Söhne missbrauchte der 53-Jährige aus dem Bezirk Feldkirch nach den gerichtlichen Feststellungen im August 2021 im gemeinsamen Urlaub in Niederösterreich. Demnach ließ der Familienvater in einer Nacht im Doppelbett eines Hotels den von ihm dazu aufgeforderten und nur mit einer Unterhose bekleiden Buben auf sich liegen und Hüftbewegungen durchführen. Danach masturbierte der Erwachsene den Elfjährigen minutenlang. Das Kind sagte vor der Polizei, es habe sich nicht getraut, Nein zu sagen, aus Angst davor, in Niederösterreich zurückgelassen zu werden.

Fünf Monate im Gefängnis zu verbüßen

Der unbescholtene Arbeitslose wurde am Montag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch wegen sexuellen Missbrauchs Unmündiger zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, im Gefängnis zu verbüßende Teil fünf Monate. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Der von Gerhard Scheidbach verteidigte Angeklagte nahm das Urteil an, Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft.

Therapie fortsetzen

Als Bewährungsauflage für die für eine Probezeit von drei Jahren bedingt gewährten zehn Haftmonate wurde dem Angeklagte die Weisung erteilt, seine Therapie fortzusetzen. Als Schmerzengeld hat der Beschuldigte dem Opfer schon vor der Gerichtsverhandlung 5000 Euro bezahlt. Über weitere Schmerzengeldzahlungen wird nun außergerichtlich verhandelt.

Mutter war einverstanden mit Urlaub

Staatsanwältin Haugeneder sagte in ihrem Anklagevortrag, der Angeklagte habe mit seinen Söhnen und dem Elfjährigen, der der beste Freund eines seiner Söhne sei, gemeinsam einen Urlaub verbracht. Die Mutter des Elfjährigen sei damit einverstanden gewesen. Der Angeklagte und der Unmündige hätten die Nacht auf 16. August 2021 in einem Doppelbett verbracht. Während die Söhne des Angeklagten in dem Hotelzimmer geschlafen hätten, sei es zu den Übergriffen gekommen. Hernach habe der Angeklagte zum Buben gesagt, er dürfe niemandem von dem Vorfall erzählen, weil es sich dabei um eine Straftat handle.

Die Vorfälle wurden als zwei Verbrechen des sexuellen Missbrauchs von Unmündigen angeklagt. Der Schöffensenat ging aber von einer Tateinheit und nur einem Verbrechen aus. Verteidiger Scheidbach merkte an, sein Mandant habe bei der Polizei Selbstanzeige erstattet.

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