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Onlineplattform soll Fachkräfte gewinnen

04.10.2022 • 19:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Online sollen sich Vorarlberger informieren können.<span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Online sollen sich Vorarlberger informieren können.Symbolbild/Shutterstock

Die Arbeiterkammer und das Land Vorarlberg wollen mit einer Informationsplattform einem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Die neue „Fördergesellschaft für den Arbeitsmarkt Vorarlberg GmbH“ ist die Antwort der Arbeiterkammer gemeinsam mit dem Land Vorarlberg auf den drohenden zukünftigen Fachkräftemangel. Durch eine Onlineplattform soll eine Höherqualifizierung möglichst vieler interessierter Vorarlberger ermöglicht werden. Das Einrichten der Fördergesellschaft wurde gestern beschlossen. Dies wurde im Pressefoyer verkündet. Die Gründung erfolge demnach unmittelbar und die Ausschreibung der Geschäftsführung soll folgen. Dabei beteiligt sich das Land Vorarlberg mit 40 Prozent am Stammkapital und die Arbeiterkammer zu 60 Prozent.
Durch diese soll in den Arbeitsmarkt investiert werden. Momentan sei zwar die regionale Beschäftigungslage in Vorarlberg gut. Doch der Arbeitsmarkt in Vorarlberg sei „ausgetrocknet“, beschreibt Landeshauptmann Markus Wallner, warum die Suche nach Arbeitskräften wichtig sei. Aktuelle Herausforderung sind demografische Entwicklung, Abwanderung von Qualifizierten und Einwanderung Geringqualifizierter, weniger potentielle Lehrlinge sowie zu geringe Teilnahme von Frauen am Arbeitsmarkt. Durch das Instrument soll schon früh reagiert werden, anstatt eine Notlage abzuwarten, so Landesrat für Arbeitsmarktpolitik Marco Tittler. „Wir gehen davon aus, dass es im kommenden Arbeitsjahr nicht so gut läuft, wie dieses Jahr“, prognostiziert Wallner. „Wir wollen nicht warten, bis die Arbeitslosigkeit zuschlägt“, ergänzt er.

Bernhard Heinzle, Marco Tittler und Markus Wallner. <span class="copyright">Serra</span>
Bernhard Heinzle, Marco Tittler und Markus Wallner. Serra

Maßnahmen vor Arbeitslosigkeit

Eine Onlineplattform soll nämlich eine neue Herangehensweise mit sich bringen. Bisher werde meist mit Um- oder Weiterqualifizierungsmöglichkeiten erst bei Arbeitslosen begonnen, so Wallner. Die neue Initiative solle mit den Qualifizierungsmaßnahmen schon früher ansetzen. Nämlich, wenn erste Schwierigkeiten im Berufsleben auftauchen. Dabei geht es laut Tittler neben der bedarfsgerechten Qualifizierung und der Gewinnung und Bindung von Fachkräften auch um die Attraktivierung der Berufe. Dabei sollen Potentiale bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und bei Arbeitskräften mit nicht deutscher Muttersprache berücksichtigt werden. Auf einer kostenlosen Onlineplattform sollen berufstätige Menschen Antworten auf Fragen bei Zweifel bezüglich beruflicher Zukunftsgestaltung finden. Auch eine persönliche Beratung wird das Angebot ergänzen. Neben der Orientierung sollen Interessierte auch Informationen zur Aus- und Weiterbildung und zu möglichen Förderungen erhalten. Nicht nur Informationen, sondern auch Jobangebote mit Angaben zu den Qualifizierungsanforderungen sollen Teil des Onlinedienstes sein.
Der designierte Arbeiterkammerpräsident Bernhard Heinzle erwartet sich eine spürbare Wirkung erst in ungefähr eineinhalb bis zwei Jahren. Tittler sieht das Projekt zwar als neues und langfristig wirksames Angebot. Er ergänzt aber, dass das Tool nicht alleine für die Bewältigung des Arbeitskräftemangels ausreiche. Auch die SPÖ Vorarlberg befürwortet das Vorhaben, weist aber darauf hin, dass der Klimaschutz bei der Thematik berücksichtigt werden soll.

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