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Schulerweiterung wird konkret

04.10.2022 • 19:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Gebäudeensemble in Bregenz- Rieden soll erweitert werden. <span class="copyright">Paulitsch</span>
Das Gebäudeensemble in Bregenz- Rieden soll erweitert werden. Paulitsch

In der Handelsakademie Bregenz herrscht seit vielen Jahren Platznot. Nun soll erweitert werden.

In der Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Bregenz herrscht Platzmangel – und das nicht erst seit gestern. Die Schüler lernen in Containerklassen und Ausweichräumen, die Kantine ist zu klein und auch die Lehrer brauchen mehr Platz. „Wir warten schon seit zehn Jahren auf eine Erweiterung“, sagt Direktor Manfred Hämmerle, der nach diesem Schuljahr in Pension gehen wird. Die Zeit des Wartens ist nun vorbei.

Die Bildungsdirektion und das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) haben beschlossen, den Gebäudebestand zu erweitern und an die zeitgemäßen Erfordernisse anzupassen. Ende September wurde ein offener Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Direktor Hämmerle freut sich. „Wir haben sehr dafür gekämpft.“ Der Wettbewerb stößt laut Hämmerle auf großes Interesse bei den Architekten.

Architekten vor Ort

Am morgigen Donnerstag findet ein Hearing statt, bei dem die Architekten Fragen stellen und den Wettbewerbsort besichtigen können. Die Frist für die Einreichung der Wettbewerbsbeiträge endet Mitte September. Anfang Februar wird das Preisgericht das Siegerprojekt küren. Die Kärntner Architektin Eva Rubin ist Vorsitzende der Jury, die sich aus Vertretern der Kammer der ZiviltechnikerInnen, der Bundesimmobiliengesellschaft, der Stadt Bregenz, des Bildungsministeriums und der Bildungsdirektion zusammensetzt. Einen konkreten Zeitplan für die bauliche Umsetzung der Erweiterung gibt es noch nicht. Direktor Hämmerle hofft allerdings, dass „die Bagger so schnell wie möglich auffahren.“

Raumprogramm

Was ist nun konkret geplant? Laut den Auslobungsunterlagen ist keine Vergrößerung der Nutzerzahl vorgesehen, sondern eine Anpassung des Raumbedarfs. Derzeit stehen den Schülern und Lehrern 6700 Quadratmeter zur Verfügung, in Zukunft sollen es 1200 Quadratmeter mehr sein. Es wird vier neue Klassen und ebenso viele Lerninseln geben sowie Räumlichkeiten für den Sonderunterricht (EDV, Projektarbeitsraum, Betriebswirtschaftliches Zentrum). Zudem werden die Pausenflächen, der Speisesaal und die Verwaltungsräumlichkeiten erweitert.

4,7 Millionen Euro

Die Fläche des bebauten und für die Erweiterung vorgesehen Grundstücks beläuft sich auf 1800 Quadratmeter. Städtebaulich sei eine innere Verdichtung einer nach außen sichtbaren vorzuziehen, heißt es. Als Kostenobergrenze legte die Bundesimmobiliengesellschaft, kurz BIG, eine Kosten­obergrenze von 4,7 Millionen Euro (Preisbasis Ende November 2020) fest, Einrichtung und Honorare nicht miteinberechnet.

Baukulturell bedeutend

Das Bestandsgebäude wurde zwischen 1960 und 1965 errichtet und in den 1990er-Jahren geringfügig erweitert sowie thermisch saniert. Geplant wurde es von der renommierten Vorarlberger Arbeitsgruppe C4 Architekten, die für den Bau vieler öffentlicher Gebäude in Vorarlberg verantwortlich zeichnete. Ihr erstes Projekt, die Volksschule Nüziders, gilt als Schlüsselwerk des modernen Schulbaus in Vorarlberg.

Die HAK Bregenz steht derzeit noch nicht unter Denkmalschutz, ist aber beim Bundesdenkmalamt für eine Prüfung vorgesehen. Entsprechend viel Wert wird auf die Berücksichtigung des baukulturell bedeutenden Bestand gelegt. Die klare Baukörperstruktur, mit den sich durchdringenden langgezogenen Bauteilen (siehe Foto) soll durch die Erweiterung „nicht geschwächt, sondern im Idealfall sogar gestärkt“ werden, heißt es in der Auslobung.

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