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Tödlicher Arbeitsunfall:
35 Meter abgestürzt

05.10.2022 • 16:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Prozess am Landesgericht hat am Mittwoch begonnen.    <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Prozess am Landesgericht hat am Mittwoch begonnen. Hartinger

Strafprozess gegen drei Spengler begann, die fahrlässig Tod eines Kranfahrers verursacht haben sollen.

Bei einem tragischen Arbeitsunfall stürzte am 8. Oktober 2020 ein 37-jähriger Kranfahrer aus Tschechien bei einer Baustelle in Bregenz durch ein ausgefrästes Loch im Blechdach eines Hochregallagers eines großen Unternehmens 35 Meter in die Tiefe und war sofort tot.

Für den tödlichen Unfall macht die Staatsanwaltschaft Feldkirch drei Spengler verantwortlich. Im Strafantrag wird zwei Arbeitern fahrlässige Tötung vorgeworfen, dem Inhaber der Spenglerfirma grob fahrlässige Tötung. Die drei Angeklagten haben nach Darstellung der Anklagebehörde vor allem Sicherheitsvorschriften missachtet.

Gutachten wird erörtert

Der von Richterin Magdalena Rafolt geleitete Strafprozess am Landesgericht Feldkirch begann am Mittwoch. Das Urteil soll nach der Erörterung eines Gutachtens bei einer weiteren Verhandlung im November verkündet werden. Der Zweitangeklagte, ein in der Schweiz lebender Spengler, erschien am Mittwoch unentschuldigt nicht zur Gerichtsverhandlung, die daraufhin in seiner Abwesenheit durchgeführt wurde.

Die Verteidiger Bernd Widerin und Marco Fiel beantragten in ihren Eingangsplädoyers Freisprüche für ihre Mandanten. Die Anwälte sagten, ihre Mandanten hätten die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und den Bereich des Blechdaches, auf dem von den Spenglern 35 Löcher herausgeschnitten worden seien, abgesperrt.

Nicht ausgebildet

Der deutsche Erstangeklagte gab zu Protokoll, er sei nicht schuldig. Er sei damals als Leasingarbeiter tätig gewesen und kein ausgebildeter Dachdecker. Er und der Zweitangeklagte seien vorschriftsgemäß angeseilt gewesen. Sie hätten ihre Baustelle auf dem Dach abgesperrt. Unmittelbar vor dem Unfall hätten sie den tschechischen Kranfahrer aus dem abgesperrten Bereich verwiesen.

Eltern und Brüder des tödlich verunfallten Tschechen fordern im Strafprozess insgesamt 133.000 Euro an Trauerschmerzengeld von den Angeklagten.

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