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Lichtkunst mit Fokus auf dem Klimawandel

06.10.2022 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ruth Schnell und Martin Kusch vor der Projektion „Flood“<span class="copyright">Klaus hartinger</span>
Ruth Schnell und Martin Kusch vor der Projektion „Flood“Klaus hartinger

Bis Samstag wird die Alte Dogana im Rahmen des „Spotlight“-Formats mit der Projektion „Flood“ erleuchtet.

Seit Donnerstag erstrahlt die Fassade der Alten Dogana in Feldkirch abends in farbigen Buchstaben, die sich zu Bildern zusammenfügen und dann wieder in die einzelnen Bestandteile der Sätze zerfallen, die 1948 von der Menschenrechts­charta der Vereinten Nationen ratifiziert wurden.

Menschenrechte

Mit dem Projektionsmapping „Flood“ wollen die Medienkünstler Ruth Schnell und Martin Kusch Aufmerksamkeit schaffen für die aktuellen und zukünftigen Konsequenzen, die der Klimawandel mit sich bringt. Die Projektion ist eine kritische Auseinandersetzung mit den Problemen der Welt in Zusammenhang mit den festgelegten Menschenrechten.
Das mediale Kunstwerk beschäftige sich intensiv mit der „Dissonanz zwischen dem, was beschrieben wurde in der Menschenrechtscharta, und dem, was tatsächlich passiert, nämlich dass in Wahrheit keine dieser Erklärungen umgesetzt wurde, sondern mehr oder weniger dissonant nicht umgesetzt werden“, beschreibt Thomas Häusle, künstlerischer Leiter der Lichtstadt, auf der Pressekonferenz die Hintergründe des Projektionsmappings.
Je nach Abstand zur Projektion können Wörter gelesen, abstrakte Buchstabengefüge in Farbkompositionen und wechselnde Bilder wahrgenommen werden. Bilder aus Buchstaben zeigen Flüchtlingsströme, zerstörte Häuser, schmelzende Eisblöcke oder Dürreperioden.

Mehrere Ebenen

Das Projekt „Flood“ ist im Rahmen des kleineren Formats „Spotlight“ von den Veranstaltern des biennal stattfindenden Festivals Lichtstadt organisiert, bei der sich die gesamte Altstadt in ein Lichtkunsterlebnis verwandelt. Die Künstler Ruth Schnell und Martin Kusch verwenden dafür die Mapping-Technologie, definieren einen großen Screen auf der Fassade und verarbeiten in einem relativ komplexen Programmierungs- und Gestaltungsprozess Bilder und abstrakte sich bewegende und verwandelnde Strukturen und durchlaufende Texte in mehreren Ebenen, sagt Häusle.
Die einzelnen Buchstaben und Worte seien so programmiert, dass sie einerseits erkennbar die Bilder generieren, andererseits Bewegung, Größe und Farbe verändern, und nur durch diese Veränderungen der Buchstaben ergeben sich die Bilder auf verschiedenen Ebenen. Bild, Wort, Satz, Sound, Sprache sollen als ästhetische Bildwelt verpackt und im öffentlichen Raum ausgestrahlt werden.

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