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Buben missbraucht: 8,5 Jahre Gefängnis

12.10.2022 • 21:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Zusatzstrafe von zwei Jahren für 45-Jährigen wegen Missbrauchs des Neffen.

Der Angeklagte aus dem Bezirk Bludenz hat nach den gerichtlichen Feststellungen drei unmündige Buben sexuell missbraucht. Demnach wurden zwei der drei Opfer schwer traumatisiert. Dafür wurde der unbescholtene 45-Jährige am Landesgericht Feldkirch insgesamt zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Der Strafrahmen belief sich nicht auf 1 bis 10 Jahre Haft, sondern erhöhte sich wegen der beiden psychisch schwer verletzten Opfer auf 5 bis 15 Jahre.

Schwer traumatisiert

In dem Strafprozess ergingen zwei Urteile. Im ersten Urteil wurde über den Angeklagten im November 2021 wegen des mehrfachen Missbrauchs von zwei Brüdern eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verhängt. Im zweiten Urteil wurde am Mittwoch wegen des jahrelangen Missbrauchs eines weiteren Buben eine Zusatzstrafe von zwei Jahren festgesetzt. Bei diesem Opfer handelt es sich um den Neffen des Angeklagten. Er wurde nach Ansicht der Richter schwer traumatisiert, wie auch der ältere der beiden Brüder. Das geht aus einem psychiatrischen Gerichtsgutachten hervor, das nach dem ersten Urteil erstellt wurde. Als Teilschmerzengeld hat der Angeklagte seinem Neffen 9000 Euro zu bezahlen und den beiden anderen Opfern insgesamt 8000 Euro.

Strafmaß bestätigt

Das erste Urteil vom November 2021 ist rechtskräftig. Im März 2022 bestätigte das Oberlandesgericht Innsbruck das Strafmaß von sechseinhalb Jahren. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft verzichteten auf eine Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof in Wien. Das zweite Urteil vom Mittwoch ist nicht rechtskräftig. Der von German Bertsch verteidigte und großteils geständige Angeklagte akzeptierte die Entscheidung des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Richard Gschwenter. Staatsanwalt Simon Mathis nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Vier Jahre lang

Vier Jahre lang. Der Bub war acht Jahre alt, als er von seinem Onkel erstmals missbraucht wurde. Das Kind war fast vier Jahre lang Opfer seines Verwandten, zwischen Sommer 2016 und Frühjahr 2020. Zu Übergriffen durch den Onkel kam es auch, als der Neffe schlief.

Der Schuldspruch in dem Strafprozess erfolgte wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen Person, Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und pornografischer Darstellung von Unmündigen. Bereits seit 1995 hat sich der 1977 geborene Mann verbotene Kinderpornografie besorgt.

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