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Kritik an deutscher Gaspreisbremse

12.10.2022 • 21:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
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FRANK RUMPENHORST

WKV-Präsident Wilfried Hopfner kritisiert Vorgehen von Deutschland. Das bringe Österreich in Zugzwang.

Deutschland will mit seinem „Doppel-Wumms“ Verbraucher und Unternehmen in der Energiekrise abschirmen. Die Gaspreisbremse soll für Verbraucher und kleinere und mittlere Untenehmen greifen. Ab März 2023 bis Ende April 2024 sollen 80 Prozent des Verbrauchs einer Priesbeschränkung auf 12 Cent je Kilowattstunde unterliegen. Von anderen Ländern kommt nun Kritik an diesem Vorgehen. „Der deutsche Vorstoß einer Gaspreisbremse bringt alle anderen EU-Staaten und damit auch Österreich unter massiven Zugzwang. Derartige Alleingänge sind nicht im Sinne einer gemeinsamen Strategie, sondern fördern vielmehr ein europäisches Systemversagen“, warnt WKV-Präsident Wilfried Hopfner. Österreich sei als Exportnation ein Partner Deutschlands und müsse in Sachen Gaspreis nun rasch Schritte setzen, verdeutlicht Hopfner. Er fordert von der Bundesregierung, dass sie ein unbürokratisches, automatisiertes und antragsloses Lösungsmodell für die Gaspreisproblematik vorlegen.

Wilfried Hopfner, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.<span class="copyright">Mauche</span>
Wilfried Hopfner, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg.Mauche

Arbeitsplätze gefährdet

Das Modell der deutschen Strom- und Gaspreisbremse lehnt sich an das österreichische Modell der Strompreisbremse an – allerdings für einen breiteren Verbraucherkreis, der auch die Wirtschaft einbezieht, heißt es in der Aussendung der Wirtschaftskammer Vorarlberg. „Zudem erstreckt sich das deutsche Modell auf den Zeithorizont bis Ende 2024, während in Österreich mit dem Energiekostenzuschuss bisher nur ein zeitlich stark begrenztes Instrument für die Betriebe aufgelegt wurde“, so Hopfner. Dass die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel stehe, liege auf der Hand. Auch müsse klar sein, dass es durch den drohenden Marktaustritt vieler Betriebe um unzählige wichtige Arbeitsplätze und unternehmerische Existenzen geht. Aufgrund des drohenden europäischen Systemversagens seien nun individuelle Lösungen gefragt. Das sei kein gutes Signal für das gemeinsame Bemühen, die Energieproblematik an der Wurzel zu packen, so Hopfner.

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