Allgemein

Bestätigt: Haft nach Missbrauch auf Boot

14.10.2022 • 22:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">hartinger</span>
hartinger

18 Monate Haft, davon 4 unbedingt: 29-Jähriger schlief auf seinem Bodenseeboot mit alkoholisierter und dadurch wehrloser 23-Jähriger. Urteil in zweiter Instanz rechtskräftig.

Beim Übernachten auf seinem Boot hat der junge Mann nach den gerichtlichen Feststellungen im Juni 2021 in der Bregenzer Bodenseebucht eine schlafende und durch Alkohol stark beeinträchtigte Bekannte missbraucht. Nach Überzeugung der Richter hat der Unterländer den wehrlosen Zustand der 23-Jährigen ausgenützt und mit ihr gegen ihren Willen den Geschlechtsverkehr vollzogen.

Sexueller Missbrauch

Damit hat der Angeklagte aus Sicht der Richter das Verbrechen des sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen oder psychisch beeinträchtigten Person begangen. Dafür wurde der mit einer Vorstrafe belastete 29-Jährige zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, im Gefängnis zu verbüßende Teil vier Monate.


Das im Jänner ergangene Urteil des Landesgerichts Feldkirch wurde in zweiter Instanz bestätigt und ist nun rechtskräftig. Der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien wies im August die Nichtigkeitsbeschwerde des Angeklagten zurück. Nun bestätigte das Oberlandesgericht Innsbruck das erstinstanzliche Strafmaß. Den Strafberufungen des Angeklagten und der Staatsanwaltschaft wurde in der Berufungsverhandlung keine Folge gegeben. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Gefängnis. Mildernd wurde die starke Alkoholisierung des Angeklagten zur Tatzeit gewertet.


Die Strafrichter folgten den belastenden Angaben der 23-jährigen Frau: Es gebe keinen Grund dafür, dass sie die Vorwürfe erfunden haben soll. Zumal ihr Verhältnis zum Angeklagten vor der Tat jahrelang ein freundschaftliches gewesen sei.

Angeklagter bestreitet Schuld


Der Angeklagte sagte, er sei nicht schuldig. Der Sex sei einvernehmlich gewesen. Der 29-Jährige hatte seine 23-jährige Bekannte zu einem Ausflug mit seinem Boot auf dem Bodensee eingeladen. Er fuhr mit seinem Boot zunächst zum Kaiserstrand nach Lochau, wo eine Veranstaltung mit Musik stattfand. Auf dem Boot wurde gemeinsam mit Gästen Alkohol getrunken. Gegen Mitternacht fuhr der Angeklagte zur Bregenzer Bucht, um dort auf dem Boot zu übernachten.
Was die Richter feststellten: Die 23-Jährige hatte Alkohol konsumiert, nach ihrer Coronaimpfung eine Schmerztablette eingenommen und sich übergeben müssen. Der Angeklagte vollzog mit der alkoholisierten Schlafenden den Beischlaf. Nachdem sie realisiert hatte, was vor sich ging, sagte sie mehrmals erfolglos, dass er aufhören solle. Es gelang ihr nicht, ihn von sich wegzuschieben.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.