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Tausende Kinderpornos entdeckt: Haftstrafe

17.10.2022 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Bereits bei erster Verurteilung 2020 besaß der Mann viel mehr kinderpornografisches Material, als damals sichergestellt wurde.(c) DPA/Jens Schierenbeck (Symbolbild)

Drei Monate sind zu verbüßen: 38-Jähriger neuerlich verurteilt

Zwischen Februar 2018 und Mai 2019 besaß der geständige Angeklagte 408 Bilder und 198 Videos mit verbotener Kinderpornografie, die er teilweise weiterleitete. Dafür wurde der unbescholtene Facharbeiter im Mai 2020 am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von fünf Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 1500 Euro (300 Tagessätze zu je fünf Euro) rechtskräftig verurteilt.

Hausdurchsuchung zuerst erfolglos

Im damaligen Strafverfahren verschwieg der ledige Mann aus dem Bezirk Bregenz, dass er über noch weit mehr kinderpornografisches Material verfügte, nämlich über 5000 weitere Bilder und 4000 zusätzliche Videos. Diese Dateien wurden bei der seinerzeitigen Hausdurchsuchung nicht gefunden, sondern erst jetzt bei einer neuerlichen Hausdurchsuchung sichergestellt, auf zwei externen Festplatten. Hätte der Beschuldigte die zusätzlichen Dateien schon damals eingeräumt, wäre 2020 wohl nur die kombinierte Strafe erhöht worden und ihm Gefängnis erspart geblieben. Nun aber wurde über den geständigen 38-Jährigen am Montag am Landesgericht Feldkirch wegen des Besitzes von Kinderpornografie zwischen Mai 2019 und Juli 2022 eine teilbedingte Haftstrafe von neun Monaten verhängt. Davon sind drei Monate im Gefängnis zu verbüßen. Abgezogen werden davon elf Tage aus der Untersuchungshaft.

Mögliche Höchststrafe von zwei Jahren

Das Urteil, mit dem der von Astrid Nagel verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Johannes Hartmann einverstanden waren, ist rechtskräftig. Der Schuldspruch erfolgte wegen der Vergehen der pornografischen Darstellung Minderjähriger, mit einer möglichen Höchststrafe von zwei Jahren Haft. Richter Martin Mitteregger sagte, das Gericht würde sich lächerlich machen, wenn die Sanktion für einen einschlägig Vorbestraften nicht erhöht werden würde. Der Strafrichter erteilte dem Verurteilten die Bewährungsauflage, seine Sexualtherapie fortzusetzen.

Mitteregger sah davon ab, den 38-Jährigen auch noch die offenen fünf Haftmonate aus der ersten Verurteilung im Gefängnis absitzen zu lassen. Dafür wurde die Probezeit auf fünf Jahre verlängert.

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