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Haftstrafe bestätigt: Mädchen genötigt

18.10.2022 • 15:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

14-Jährige mit angedrohter Weitergabe von Nacktfotos zwei Mal geschlechtlich genötigt. Oberlandesgericht gab Berufung gegen Haftstrafe keine Folge.

Der damals 26 Jahre alte Angestellte aus dem Bezirk Feldkirch lernte 2018 via Instagram eine 14-Jährige kennen. Sie tauschten Nacktfotos aus. Der Erwachsene erpresste die Minderjährige nach Ansicht der Richter zwei Mal zum Geschlechtsverkehr. Demnach drohte er dem Mädchen damit, ihre Nacktfotos in den Briefkasten ihrer Eltern zu werfen oder ihren Freunden zukommen zu lassen, wenn sie sich nicht mit ihm treffe und nicht mit ihm schlafe.

Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte im Dezember 2021 in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Davon betrug der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monate Haft. Zwölf Haftmonate wurden für eine Probezeit von drei Jahren auf Bewährung bedingt nachgesehen. Der Angeklagte wurde dazu verpflichtet, dem Opfer als Teilschmerzengeld 2000 Euro zu bezahlen.

Der Angeklagte akzeptierte den Schuldspruch und verzichtete auf eine Nichtigkeitsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof (OGH) in Wien. Der nunmehr 31-Jährige bekämpfte jedoch die Sanktion mit einer Strafberufung beim Oberlandesgericht (OLG), ohne Erfolg. Das OLG gab in der Berufungsverhandlung seiner Strafberufung keine Folge und bestätigte die in Feldkirch verhängte Strafe. Das teilte auf Anfrage OLG-Sprecher Klaus-Dieter Gosch mit. Das Urteil ist nun rechtskräftig.

Mädchen unter Druck gesetzt

Der Strafrahmen belief sich auf sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Der Schuldspruch erfolgte wegen geschlechtlicher Nötigung.
Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte auch wegen versuchter Nötigung, weil er laut Urteil vergeblich mit der Weitergabe ihrer Nacktfotos drohte, wenn sie ihm keine Rechnung für die „Pille danach“ vorlege.

Freigesprochen wurde der Angeklagte von den zusätzlichen Vorwürfen, er habe die Jugendliche zwei weitere Male mit der Androhung der Weitergabe ihrer Nacktfotos zum Geschlechtsverkehr genötigt. Dazu gebe es keine Chatnachrichten als Beweismittel, sagte der vorsitzende Richter des Feldkircher Schöffensenats.
Der Angeklagte gab in der erstinstanzlichen Gerichtsverhandlung zu Protokoll, er habe das Mädchen zu Treffen genötigt, aber nicht zum Geschlechtsverkehr. Sein Mandant sei deshalb nur wegen Nötigung mit einer Strafdrohung bis zu einem Jahr Haft zu verurteilen und nicht wegen geschlechtlicher Nötigung, meinte der Verteidiger.

Dass der Angeklagte eine Jugendliche derart unter Druck gesetzt habe, sei schäbig, merkte zudem der Feldkircher Richter an.

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