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„Noch kein Grund für Krisen-Gerede“

18.10.2022 • 19:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Geschäftsführer der Offsetdruckerei Schwarzach: Ralph Joser. <span class="copyright">Offsetdruckerei Schwarzach</span>
Der Geschäftsführer der Offsetdruckerei Schwarzach: Ralph Joser. Offsetdruckerei Schwarzach

Bei der Offsetdruckerei Schwarzach ist Verlangsamung der Nachfrage spürbar.

Die Verantwortlichen der Offsetdruckerei Schwarzach gehen für das Geschäftsjahr 2022 von einer Abkühlung der vor allem in den vergangenen zwei Jahren mitunter „durchaus überhitzten Marktsituation“ aus. „Diese Korrektur muss jedoch vor dem Hintergrund und im Verhältnis zu den deutlichen Umsatzsteigerungen in der jüngeren Vergangenheit gesehen werden“, sagte Geschäftsführer Ralph Joser im wpa-Gespräch. Man sei immer davon ausgegangen, dass es einmal zu einer „Normalisierung“ der durch verschiedenste Effekte getriebenen Nachfrage kommen werde.

Umsatzniveau halten

Die Umsätze der Offsetdruckerei Schwarzach sind zwischen 2018 und 2021 von 66 Millionen Euro auf zuletzt 82 Millionen Euro gestiegen. Gerade im Vorjahr betrug das Umsatzplus rund elf Prozent, getragen von einem organischen Mengenwachstum und von Preisanpassungen. Für heuer geht Joser davon aus, dass das Umsatzniveau des Vorjahres zwar gehalten werden könne. Allerdings würden heuer Preiserhöhungen aufgrund massiv gestiegener Materialpreise eine größere Rolle als noch im Vorjahr spielen, während man bei den produzierten Volumina eher von einem leichten Rückgang ausgehe.

Verlangsamung der Nachfrage

Die Offsetdruckerei Schwarzach ist Hersteller und Veredler von Feinkartonagen und Etiketten. Bedient werden zu 70 Prozent Kunden aus dem Lebensmittelbereich, der Rest entfällt auf einen breiter gestreuten Non-Food-Bereich. Deshalb hat das Unternehmen ein gutes Sensorium für die Entwicklung des Privatkonsums aufgebaut. „Wir spüren seit einiger Zeit eine Verlangsamung der Nachfrage und eine etwas vorsichtige Zurückhaltung bei unseren Kunden“, so Joser. Das entspreche auch den Konjunkturprognosen.

Die Offsetdruckerei Schwarzach beschäftigt am Stammsitz über 400 Personen. <span class="copyright">Offsetdruckerei Schwarzach</span>
Die Offsetdruckerei Schwarzach beschäftigt am Stammsitz über 400 Personen. Offsetdruckerei Schwarzach

Das Unternehmen sah sich in den vergangenen zwei Jahren mit einer ähnlichen Situation wie viele andere Firmen konfrontiert, welche zu teils sprunghaften Anstiegen der Nachfrage führte: „Das zentrale Thema war die Verfügbarkeit der Waren. Gerade aufgrund der langen Lieferzeiten für Papier und Karton haben viele Kunden mehr auf Lager gekauft als sonst üblich“, so Joser. Jetzt seien die Lager bei den Kunden voll, während die Nachfrage leicht rückläufig sei. Dazu komme, dass sich auch die Lieferzeiten für Papier und Karton entspannt hätten. „Wir sehen hier eine eigentlich nachvollziehbare Marktkorrektur, die noch kein Grund für Krisen-Gerede ist“, betont Joser. Als positiv sieht der Offsetdruckerei-Geschäftsführer unter anderem, dass der Anteil von Kartonagen im Food-Bereich bei Obst und Gemüse ständig zunehme, wovon das Unternehmen zukünftig profitiere.

Staatspreis für Druckerei

Ebenfalls als überaus positives Zeichen sieht Joser die aktuelle Verleihung des Staatspreises im Bereich Verpackung an die Offsetdruckerei Schwarzach. Dieser Preis heißt mittlerweile ‚Staatspreis Smart Packaging‘ und wird alle zwei Jahre vom Wirtschaftsministerium und vom Umwelt-, Klima- und Technologieministerium vergeben. Die Offsetdruckerei Schwarzach habe in diesem Rahmen den Sonderpreis Digitalisierung für ihren Online-Shop die-verpackungs-druckerei.com bekommen.

Das Unternehmen beschäftigt am Stammsitz mehr als 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Exportanteil liegt bei rund 75 Prozent, wobei vor allem in die DACH-Region geliefert wird.

Günther Bitschnau/wpa

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