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Versicherung bezahlt
lieber freiwillig mehr

18.10.2022 • 15:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Ungewöhnliche gütliche Einigung in Arbeitsprozess, mit der Ex-Versicherungsagentin 3500 Euro erhalten soll.

Der Klagsvertreter schlug einen Vergleich vor, mit dem die beklagte Versicherung nach seinen Angaben letztlich 2500 Euro zu bezahlen gehabt hätte. Aber das Versicherungsunternehmen bezahlt lieber freiwillig 1000 Euro mehr, weil deren Vertreter dem Anwalt der Klägerin nicht trauten.

Die klagende Ex-Versicherungsagentin nahm heute in dem Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch das Angebot der Versicherung an. Die gütliche Einigung zur Beendigung des Verfahrens ohne Urteil sieht vor, dass die beklagte Partei der klagenden Partei 3500 Euro überweist. Der gerichtliche Vergleich kann noch innerhalb von 14 Tagen widerrufen und für ungültig erklärt werden.

Geteilte Meinung zur Einigung

Der Anwalt der Klägerin sprach sich bei den Vergleichsgesprächen im Gerichtssaal vergeblich für diese Variante aus: Die beklagte Versicherung lässt seiner Klientin 7500 Euro zukommen. Die Rechtsschutzversicherung der Klägerin bezahlt der beklagten Partei 5000 Euro an Anwaltskosten. Damit, so der Klagsvertreter, müsste die Versicherung nur für 2500 Euro tatsächlich aufkommen. Aber der Prokurist der Versicherung hielt den Vergleichsvorschlag der Gegenseite für komisch.

Sollte der geschlossene Vergleich nicht widerrufen werden, würden sich die Streitparteien einen womöglich langen und kostspieligen Rechtsstreit um Provisionen aus der Vermittlung von Versicherungsverträgen für die klagende Ex-Versicherungsagentin ersparen. In der Klage ging es zunächst um Rechnungslegung: Die Versicherung sollte für die Berechnung von Provisionen Unterlagen herausgeben.

Den Streitwert des Prozesses bezifferte der Klagsvertreter mit 35.000 Euro. Für einen Vergleich forderte er zunächst 15.000 Euro. Die Versicherung war schon in ihrem ersten Angebot nur zur Zahlung von 2500 Euro bereit. Aber eigentlich schulde die Ex-Agentin der Versicherung noch 15.000 Euro, sagte die Klagsvertreterin.

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