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Ex-IfS-Mitarbeiter soll Geld abgezweigt haben

19.10.2022 • 16:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Damaliger Angestellter des Instituts für Sozialdienste soll 31.000 Euro veruntreut und betrügerisch erlangt haben.

Der Therapeut arbeitet seit Jahrzehnten auch mit Straftätern. Nun wird er selbst verdächtigt, ein Straftäter gewesen zu sein, der jahrelang Straftaten begangen haben soll. 2018 wurde der Angestellte wegen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe entlassen. Wegen der Vergehen der Veruntreuung und des schweren gewerbsmäßigen Betrugs hat sich der ehemalige Mitarbeiter des Instituts für Sozialdienste (IfS) am Landesgericht Feldkirch zu verantworten. Richterin Magdalena Rafolt sprach in der ersten Verhandlung am Mittwoch noch kein Urteil. Die Hauptverhandlung wurde für mehrere Tage angesetzt. Für den Fall eines Schuldspruchs im Sinne der Anklage würde die mögliche Höchststrafe drei Jahre Gefängnis betragen.

Womöglich Geld selbst eingesteckt

Im Strafantrag wird dem unbescholtenen Angeklagten zur Last gelegt, er habe zwischen 2010 und 2018 insgesamt 31.000 Euro abgezweigt. Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder warf dem 65-Jährigen in ihrem Anklagevortrag vor, er habe zwischen 2010 und 2018 rund 18.000 Euro veruntreut. Der IfS-Therapeut habe mehrfach Klientengelder für sich selbst verwendet, die er dem IfS weiterleiten müssen hätte. Zudem habe der Angeklagte das IfS um 13.000 Euro betrogen. Indem er zum Beispiel einen IfS-Kunden 11.000 Euro auf sein Privatkonto überweisen lassen habe statt auf das IfS-Konto. Darüber hinaus habe er dem IfS etwa Reisekosten und Kilometergelder zu Unrecht verrechnet.

Der Angeklagte gab zu Protokoll, er sei teilweise schuldig. Er habe Fehler gemacht. Verteidigerin Olivia Lerch sagte, ihr Mandant sei bei der Abrechnung seiner Leistungen schlampig gewesen. Er habe im Laufe seiner 38 Dienstjahre als IfS-Mitarbeiter einige Male nicht unterschieden, ob er Leistungen als IfS-Angestellter oder als selbstständig tätiger Therapeut erbracht habe. Ihr Klient habe aber keinen Vorsatz gehabt, sich unrechtmäßig zu bereichern.
Der 65-Jährige sei zunächst davon überzeugt gewesen, unschuldig zu sein, so Lerch. Bei der gemeinsamen intensiven Auseinandersetzung mit den Vorwürfen sei er aber zur Einsicht gelangt, dass er beim Verrechnen seiner Leistungen mitunter zu nachlässig gewesen sei. Er sei ein Menschenfreund, der circa 5000 Klienten geholfen, dem aber die bürokratischen Aufgaben lästig gewesen seien. Die Rechtsvertreterin beantragte zu Beginn der Verhandlung eine Diversion, also eine Geldbuße, die nicht als Vorstrafe zählt.

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