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Land verteidigt neue Fördergesellschaft

19.10.2022 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Anfang Oktober wurde die Fördergesellschaft präsentiert. <span class="copyright">Serra</span>
Anfang Oktober wurde die Fördergesellschaft präsentiert. Serra

An der neuen „Fördergesellschaft für den Arbeitsmarkt Vorarlberg gGmbH“ von AK und Land regt sich Kritik.

Auf Initiative der Arbeiterkammer Vorarlberg haben das Land und die AK kürzlich eine gemeinsame Gesellschaft namens „Fördergesellschaft für den Arbeitsmarkt Vorarlberg gGmbH“ vorgestellt (die NEUE berichtete). Daran hält die AK 60 Prozent der Anteile, der Rest entfällt auf das Land. Die laufenden Kosten von rund einer halben Million Euro pro Jahr werden beide tragen.

Die Tätigkeit soll Anfang 2023 aufgenommen werden. Ziel der neuen Gesellschaft seien die bedarfsgerechte Qualifizierung, die Aktivierung von Personen für eine hohe Erwerbsbeteiligung im Land und die Gewinnung und Bindung von Fachkräften. Die Ziele an sich sind notwendig und nicht zu hinterfragen. Allerdings stellt sich die Frage, ob es angesichts der Existenz einer ganzen Reihe von Organisationen, Gesellschaften, Initiativen und Kampagnen in Vorarlberg noch ein weiteres öffentliches Instrument braucht, um Menschen zur Weiterbildung anzuregen.

Sie haben die neue Organisation präsentiert: Bernhard Heinzle (AK), LH Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (v.l.). <span class="copyright">Serra</span>
Sie haben die neue Organisation präsentiert: Bernhard Heinzle (AK), LH Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (v.l.). Serra

Wirtschaftslandesrat Marco Tittler sagte, dass sich das Land bewusst für dieses Vorhaben entschieden habe, da die Arbeiterkammer einer der Spezialisten für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes sei. Dass keine anderen Vertreter der Sozialpartnerschaft in dieser Gesellschaft vertreten seien, sehe er nicht als Problem. Wichtig sei, dass es sich um eine Ergänzung der bestehenden Angebote handle und keinesfalls um eine Konkurrenzveranstaltung zum AMS oder anderen Anbietern.

Die neue Gesellschaft bekomme ein eigenes Büro samt Infrastruktur, eine Geschäftsführung sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eigene Schulungs- und Weiterbildungs­angebote gebe es nicht, sondern vielmehr digitale und persönliche Beratung, so Tittler.

AMS war informiert

AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter meinte auf Anfrage, dass er im Vorfeld über die Gründung informiert worden sei. „Ich halte es für sinnvoll und positiv, alle Kräfte hinsichtlich Qualifikation und Beschäftigung zu bündeln, damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine zentrale Anlaufstelle zu diesen Fragen bekommen.“ Er erachte es aber als wichtig, dass es keine Pa­rallelstrukturen und keine Doppelgleisigkeiten gebe, sondern nur sinnvolle Ergänzungen.

Neos-Anfrage

Die Neos unterstreichen ebenso die Notwendigkeit, den Arbeitskräftemangel in Vorarl­berg mit allen Mitteln zu bekämpfen. „Es stellt sich jedoch die Frage, welchen Mehrwert die neu gegründete Gesellschaft hat. Was kann sie, was andere nicht können? Es gibt bereits zahlreiche Institutionen mit umfassendem Know-how“, so Neos-Landtagsabgeordneter Johannes Gasser. Bei einer Summe von 500.000 Euro an öffentlichen Mitteln pro Jahr müsse man genau hinsehen. Deshalb haben die Neos eine entsprechende Landtagsanfrage eingebracht.
Günther Bitschnau/wpa

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