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Alles rund um den vierten Stich

20.10.2022 • 22:22 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
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Steuerer/Symbolfoto

Robert Spiegel, Covid-Beauftragter der Ärztekammer Vorarl­berg, gibt nützliche Infos rund um die vierte Coronaschutzimpfung und klärt über gängige Fragen auf.

1. Für Für welche Menschen empfiehlt sich der vierte Stich?
Robert Spiegel: Für alle Personen, die über 60 Jahre alt sind, und für jene mit Vorerkrankungen wie etwa Diabetes, Übergewicht, Herzschwäche und Weiteres. Das nationale Impfgremium empfiehlt den vierten Stich ab zwölf Jahren. Meiner Meinung nach besteht aber für alle, die dreimal geimpft als auch gesund sind und keine Vorerkrankungen haben, keine dringliche Notwendigkeit, sich den vierten Stich, sprich die Auffrischungsimpfung, zu holen. Viel wichtiger ist, dass alle Zweitgeimpften sich auch dritt­impfen lassen, um so die Grund­immunisierung abzuschließen. Da gibt es aktuell noch ein sehr großes Loch in der Vorarlberger Bevölkerung.

Robert Spiegel, Covidkoordinator der Ärztekammer Vorarlberg. <span class="copyright">hartinger</span>
Robert Spiegel, Covidkoordinator der Ärztekammer Vorarlberg. hartinger


2. Wie viele Vorarlberger sind nur zweit-, aber nicht drittgeimpft?
Spiegel: 280.000 Vorarlberger sind zweitgeimpft, aber nur rund 219.000 drittgeimpft. Dabei wäre gerade die dritte Impfung sehr wichtig und entscheidend. Vor allem jetzt im Herbst. Die Grundimmunisierung schützt vor schweren Verläufen und Spitalsaufenthalten, das wissen wir. Auch die neuen Covid-Medikamente bilden ein wirksames Mittel, das vor schweren Verläufen schützt. Viertgeimpft sind bisher erst um die 26.600 Menschen.


3.Wie lange sollte die letzte Impfung/Infektion zurückliegen?
Spiegel: Dreifach Geimpfte sollten sechs Monate zwischen dem dritten und vierten Stich abwarten. Dasselbe gilt nach einer Infektion. Für Menschen mit Vorerkrankung und für die Altersgruppe ab 60 Jahren empfiehlt das nationale Impfgremium die Auffrischungsimpfung bereits vier Monate nach der letzten.


4. Welche Impfstoffe stehen zur Auswahl und werden empfohlen?
Spiegel:

Impfbereite Personen können zwischen den zur Verfügung stehenden Impfstoffen frei wählen. Seit der letzten Septemberwoche gibt es den Variantenimpfstoff BA4/5 von Pfizer, der speziell auf die derzeit vorherrschenden Virusvariante Omikron BA4/5 angepasst und zugeschnitten ist. Zur Auswahl steht auch der Variantenimpfstoff BA1 von Pfizer und Moderna. Wir empfehlen für den dritten und vierten Stich die BA4/5-Variante. Für Erst- und Zweitimpfungen werden nach wie vor die herkömmlichen Impfstoffe verwendet. Diese sind etwa Comirnaty von Biontech/Pfizer (mRNA-Impfstoff) und Spikevax von Moderna (mRNA-Impfstoff) sowie der Impfstoff Valneva (Ganzvirus-Totimpfstoff).


5. Was halten Sie von Kreuzimpfungen?
Spiegel: Das Thema Kreuzimpfung kommt aus einer Zeit, in der die angepassten Impfstoffe noch gar nicht da waren. (Anmerkung: Kreuzimpfung bedeutet, dass unterschiedliche Impfstoffe innerhalb einer Impfserie verwendet werden.) Da wir nun den angepassten Impfstoff BA4/5 haben, ist dieser aktuell sicher die beste Wahl.


6. Dritter Stich und Genesung gleich gut wie ein vierter Stich?
Spiegel: Das kann man so pauschal nicht sagen. Man muss zudem bedenken: Wenn jemand im Mai an Corona erkrankt ist, war er mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der BA4/5-Variante infiziert. Wenn jemand allerdings im April erkrankt ist, war es vermutlich die B1-Variante. Dann hat derjenige keine ausreichende Immunität gegen die Variante BA4/5.


7. Wann tritt der verbesserte Impfschutz in Kraft?
Spiegel: Zwischen 7 und 14 Tagen nach dem vierten Stich tritt der verbesserte Schutz in Kraft. Ähnlich verhält es sich bei der dritten Coronaimpfung. Beim zweiten Stich dauert es etwas länger.


8. Häufige Nebenwirkungen der Corona­impfung?
Spiegel: Die Rückmeldungen deuten darauf hin, dass man den neuen Variantenimpfstoff BA 4/5 deutlich besser verträgt. Ein geschwollener Arm, Rötungen an der Einstichstelle oder Reaktionen wie erhöhte Temperatur, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen sind normale Impfreaktionen. Die einen merken davon mehr, die anderen weniger. Jene Symptome müssten aber innerhalb von drei Tagen abgeklungen sein. Wenn sie allerdings über die nächsten 10 bis 14 Tage bestehen bleiben, sollte man einen Arzt aufsuchen.nächsten zehn bis 14 Tage bestehen bleiben, sollte man einen Arzt aufsuchen.


9. Vorab Termin vereinbaren oder nicht?
Spiegel: Grundsätzlich kann man auch ohne Termin im Impfzentrum oder bei der mobilen Impfstraße erscheinen. Für uns ist es allerdings deutlich einfacher zu planen, wenn wir wissen, wie viele kommen. Ohne Anmeldung kann es zudem zu längeren Wartezeiten vor Ort kommen.


10. Läuft der grüne Pass ab, wenn man sich kein viertes Mal impft?
Spiegel: Die aktuellen Covid-Regelungen gelten noch bis 23. Oktober. Die neuen Maßnahmen und wie es mit dem grünen Pass weitergeht, werden wir demnächst erfahren. Darüber kann ich leider auch keine Auskunft geben.

Impftermine

Die mobile Impfstraße macht in nächster Zeit Halt in:

• Bludenz im Stadtsaal (Untersteinstraße 6). Am Dienstag, 25. Oktober, von 11 bis 19 Uhr mit Termin und von 17 bis 19 Uhr ohne Termin.

• Langenegg im Dorfsaal (Bach 125). Am Donnerstag, 27. Oktober von 15 bis 19 Uhr mit Termin und von 17 bis 19 Uhr ohne Termin.

Im Impfzentrum in der Messehalle 11 in Dornbirn sind die Impftermine im Oktober folgende:

• Heute bestehen Impfmöglichkeiten mit Termin von 11 bis 18 Uhr und ohne von 16 bis 18 Uhr.

• Am Montag, 24. Oktober, wird mit Termin von 11 bis 19 Uhr geimpft und ohne von 17 bis 19 Uhr.

• Am Freitag, 28. Oktober, von 11 bis 18 Uhr mit Termin und von 16 bis 18 Uhr ohne Termin.

• Kinderimpfungen werden ausschließlich am Freitagnachmittag (15 bis 18 Uhr) angeboten.

Mitzubringen sind die persönliche E-Card, ein amtlicher Lichtbildausweis, der Impfpass, eine FFP2-Maske und wenn möglich der bereits ausgefüllten Impf-Fragebogen.

Anmeldungen und weitere Informationen sind möglich unter www.vorarlberg.at/vorarlbergimpft. Wer keinen Internetzugang und keine E-Mail-Adresse besitzt, wird gebeten, sich an Familienangehörige oder Bekannte zu wenden, die behilflich sein können.

Wer auch diese Möglichkeit nicht hat, kann sich über die kostenlose Corona-Hotline des Landes Vorarlberg unter der Nummer 0800 201 360 telefonisch melden und erhält dann entsprechende Unterstützung.

Personen, die pflegebedürftig, bettlägerig und nicht mobil sind, können sich direkt zu Hause impfen lassen. Ein mobiles Impfteam kommt nach Hause und impft vor Ort. Der Impfstoff ist dabei ebenso frei wählbar. Eine Anmeldung für die Impfung „zu Hause“ ist über die E-Mail impfleitstelle@vorarlberg.at oder telefonisch über die bereits zuvpr erwähnte allgemeine Corona-Hotline möglich.

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