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Kein Führerschein und unter Drogen: Unfall

20.10.2022 • 16:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Symbolbild/Hartinger

Geldstrafe und bedingte Haftstrafe für unbescholtene Autolenkerin, die auf Gegenfahrbahn Mopedlenker anfuhr.

Die 32-Jährige hat nach eigenen Angaben noch nie einen Führerschein gehabt. Dennoch fuhr sie am fünften Mai ausnahmsweise mit dem Auto ihrer Mutter. Sie wollte, nachdem sie verschlafen hatten, ihre Tochter zur Schule bringen. Dabei stand die Oberländerin unter Drogeneinfluss. Sie schnitt in Frastanz beim Linksabbiegen auf einer Kreuzung die Kurve und geriet auf die Gegenfahrbahn. Dort prallte ihr langsam fahrender Pkw gegen das entgegenkommende Moped eines 16-Jährigen. Der Lehrling zog sich eine schwere Verletzung, einen Bruch des rechten Schienbeins, zu.

Kombinierte Strafe

Wegen grob fahrlässiger Körperverletzung wurde die unbescholtene Angeklagte am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von drei Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 960 Eturo (240 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Als Teilschmerzengeld hat die Teilzeitangestellte dem Verletzten 1000 Euro zukommen zu lassen. Das Urteil, mit dem die von German Bertsch verteidigte Angeklagte und Staatsanwältin Severa Jörg einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht sieben Monaten Haft.

Unfall hätte womöglich verhindert werden können

Weil die Angeklagte unbescholten und teilweise geständig sei, sei von der Verhängung einer zu verbüßenden Haftstrafe abzusehen, sagte Richterin Silke Sandholzer in ihrer Urteilsbegründung. Bei der Strafbemessung sei das Mitverschulden des Mopedfahrers am Verkehrsunfall berücksichtigt worden. Der 16-Jährige hätte den Zusammenstoß verhindern können, wenn er sofort auf das ihm auf seiner Fahrbahn entgegenkommende Auto reagiert hätte, meinte Unfallgutachter Christian Wolf. Der ursprüngliche Verdacht eines Bremsversagens beim Moped habe sich nicht bestätigt, sagte der verkehrstechnische Sachverständige.

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