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Menschen hinter den Unternehmen sichtbar machen

22.10.2022 • 22:06 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
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Nina Bröll

Andrea Blum hat als Ein-Personen-Unternehmerin ein Büro für nachhaltige Kommunikation inne.

Die Dornbirnerin Andrea Blum mit ihrem Büro für nachhaltige Kommunikation schreibt Werbe- und Pressetexte für kleinere Firmen. Sie entwickelt deren Marke, erschafft ihre Onlinepräsenz und die Präsenz in den sozialen Medien, erstellt ihre Webseite und macht die Öffentlichkeitsarbeit. „Ich begleite Menschen in Kommunikationsprozessen und in ihrer Markenkommunikation und frage mich dabei: Was macht meine Kundin, meinen Kunden besonders?“, beschreibt Blum.

Natürlich seine oder ihre individuelle Bio­grafie, der Weg, den er gegangen ist, und den sie vorhat zu gehen. Aber da ist auch die ganz persönliche Art, die das Produkt oder die Dienstleistung ausmacht. Das gilt für mittlere wie auch kleinste Firmen: „Ich mache Unternehmen, vor allem aber die Menschen dahinter im Außen sichtbar“, sagt Blum. Nachhaltig für ihre Kundinnen und Kunden zu arbeiten bedeutet, das im Moment Passende mit ihnen gemeinsam zu erarbeiten. „Ich helfe den Menschen, erfolgreich ihre eigene Geschichte zu erzählen. Was haben sie zu sagen? Ich frage erst einmal nach, welches Gesicht sich hinter einer Website verbirgt“, sagt die 39-Jährige. Sie führt ihr Büro für nachhaltige Kommunikation als Ein-Personen-Unternehmen, kennt also die Bedürfnisse kleiner Firmen gut.

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Für jeden eine eigene Strategie

Sie fühlt sich ein in ihr Gegenüber, erfragt in einem längeren ersten Gespräch alles und ein bisschen mehr. Dann erstellt sie die Strategie. Welche Kunden möchte die Unternehmerin ansprechen? Welches Budget hat der Firmenchef? Was ist für den Beginn wichtig, was kann man noch zurückstellen? In den sozialen Medien präsent zu sein ist angesichts der speziellen Zielgruppe vielleicht gar nicht sinnvoll. Eine komplexe Internetseite samt Shop sprengt vielleicht das Budget. Die anvisierten Maßnahmen sollen zielführend und auf Dauer angelegt sein. Mit einem gut durchdachten Logo, das überzeugt, kann man Jahre arbeiten. Eine Internetpräsenz, die alle wichtigen Informationen enthält, kann lange Zeit ihre Gültigkeit behalten. Texte, die auf die Kundin und mit ihr fein abgestimmt sind, wird diese länger verwenden.
Sollte ein Projekt mal umfangreicher werden, greift Blum gerne auf ihr Netzwerk an Partnern zurück.

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Nicht der klassische Ausbildungsweg

Nach ihrer Ausbildung gefragt, lächelt die Dornbirnerin verschmitzt: „Ich habe nicht ganz den klassischen Weg gemacht.“ Ursprünglich kommt sie nämlich aus der Agrarbranche. Sie war in den Bereichen Personalentwicklung und Erwachsenenbildung tätig und hat Öffentlichkeitsarbeit genauso gemacht wie Organisationsentwicklung. An der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien hat sie schließlich eine Beraterausbildung und über die Universität Innsbruck den Studienlehrgang „Personal- und Organisationsentwicklung“ absolviert. Dazu kommen Fortbildungen im beruflichen und persönlichen Kontext.


„Nach der Geburt meines heute sechsjährigen Sohnes habe ich mich gefragt, welche berufliche Richtung sich mit dem Muttersein kombinieren lässt. Da bin ich rasch auf die Selbständigkeit gekommen“, erzählt die Quertexterin, wie sie sich anfangs nannte. Wenn ihr Sohn untergebracht ist, sitzt sie zu Hause in Dornbirn am Schreibtisch, manchmal geht sie auch den kurzen Weg zum Coworking-Space Die Gelbe Fabrik, wo sie nicht nur arbeiten, sondern auch Gleichgesinnte treffen kann. Ihre sorgfältige Aufteilung von Zeit und Ressourcen hat Blum wohl im Management von Führungskräften und der Familie gelernt. „Mein eigener Chef sein, zeitlich und örtlich flexibel arbeiten und freudvolles Tun für den Erwerb der täglichen Brötchen“, so fasst Blum ihre Motivation für diese Tätigkeit zusammen.

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Wenn der Funke überspringt

Wichtig ist ihr, dass ihr selbst Freude bereitet, was sie tut. So gibt es einen Funken, der auf ihre Kundinnen und Kunden überspringen kann. „Die Kommunikationsstrategie darf transparent, echt und authentisch sein. Die Kunden sollen nicht nur professionell rüberkommen, sondern reell und unverwechselbar. Meine Kundinnen sagen, dass ich im Erstgespräch viele Fragen stelle. Doch letztendlich, wenn ich für sie dann etwas gestalte, darf es ihre Stimme sein, die durchklingt, nicht meine“, erzählt die Texterin. Dass sie sich auf die Erstellung einfacherer Webseiten konzentriert, empfindet sie nicht als Nachteil: „Eine gute Botschaft ist eine leicht verständliche Botschaft. Eine gute Webseite bringt die User schnell zur gesuchten Information und führt zur Zielhandlung.“ Kundinnen und Kunden sind zum Beispiel eine Fotografin, ein Vermieter, eine Raumausstatterin, das Land Vorarlberg, die Stadt Dornbirn, ein Rechtsanwalt, eine Unternehmensberaterin, Verbände und land- und forstwirtschaftliche Unternehmer. Bei ihnen allen hat sie sich gefragt: Wie kann ich das Maximum aus den aktuellen Gegebenheiten rausholen? Nachhaltig darf es auf jeden Fall sein.

Weitere Infos unter:
www.epu.wko.at

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