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Erstmals seit Jahren schwarze Zahlen

24.10.2022 • 19:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Firma drexel und weiss in Wolfurt.   <span class="copyright">Bröll</span>
Die Firma drexel und weiss in Wolfurt. Bröll

Wolfurter Haustechnik-Firma rechnet für mit Umsatzplus von 50 Prozent.

Über Jahre hinweg war dem Passivhaus-Pionier drexel und weiss in Wolfurt kein durchschlagender unternehmerischer Erfolg gegönnt. Die Haustechnik-Firma war ihrer Zeit so weit voraus, dass die damit einhergegangenen – auch wirtschaftlichen – Probleme zu wiederholten Miteigentümer-Wechseln, dem Ausstieg der beiden Gründungseigentümer und der Übernahme durch die Schweizer Baufirmengruppe Josias Gasser aus Chur endeten.

Jetzt allerdings hat sich angesichts steigender Energiepreise und der zu starken Abhängigkeit von fossilen Energieträgern sowie dem gesteigerten Bewusstsein dafür das Blatt gewendet. Wie Geschäftsführer Jürgen Fink erklärte, werde das Unternehmen 2022 erstmals seit vielen Jahren einen operativen Gewinn erzielen. Bereits im Vorjahr sei drexel und weiss eine „schwarze Null“ gelungen.

Organisches Wachstum

Für das Geschäftsjahr 2022 geht Fink von einer Umsatzsteigerung um rund 50 Prozent aus, wobei der Großteil davon auf organisches Wachstum zurückzuführen sei. Nur ein kleiner Teil entfalle auf einstellige Preiserhöhungen. Im Jahr 2021 kam das Unternehmen auf ein Geschäftsvolumen von 6,6 Millionen Euro. „Wir profitieren jetzt von unserem jahrzehntelangen Know-how im Bereich Wärmepumpen und Komfortlüftungen. Die Zeiten, in denen unsere Branche als ein Haufen von Exoten galt, sind vorbei.“

Maßgeblich für die aktuelle Entwicklung verantwortlich sei der Markt für dezentrale Lüftungen von Schulklassen in Deutschland, sagte Fink. Heuer sollen an die 600 solcher Anlagen installiert werden. Eigentlich hätte drexel und weiss deutlich mehr dieser Anlagen produzieren und ausliefern können. Allerdings habe hier der Mangel an Ventilatoren einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Versorgungslage habe sich jedoch deutlich verbessert. „Deshalb können wir nächstes Jahr noch mehr Anlagen bauen“, sagt Fink. Vereinzelte Aufträge bekomme drexel und weiss diesbezüglich auch aus der Schweiz. Der eigentliche Heimmarkt Österreich stecke hier nach wie vor in den Kinderschuhen.

Geschäftsführer Jürgen Fink.  <span class="copyright">Bröll</span>
Geschäftsführer Jürgen Fink. Bröll

Ebenfalls deutlich zugelegt habe das Geschäft mit Wärmepumpen. Allein heuer werde der Absatz um rund 25 Prozent zulegen. Die neu ins Leben gerufene Förderung des Landes Vorarlberg für energieeffiziente und sehr leise Luftwärmepumpen dürfte das Wachstum von drexel und weiss unterdessen im Jahr 2023 weiter anheizen. Im Unterschied zu manchen Mitbewerberprodukten werde die Luftwärmepumpe von drexel und weiss im Gebäude aufgestellt. Von außen sichtbar sei nur ein Fassadenelement, wo die Luftzufuhr untergebracht ist.
drexel und weiss beschäftigt in Wolfurt rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier sind auch Entwicklung, Produktion und Verwaltung angesiedelt. Seit heuer gibt es eine Vertriebstochterfirma in Zürich.
Günther Bitschnau/wpa

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