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Im Zweifel Freispruch von häuslicher Gewalt

24.10.2022 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gerichtsverhandlung <span class="copyright">Shutterstock</span>
Gerichtsverhandlung Shutterstock

Das Gericht ist nicht von Schuld des Angeklagten überzeugt.

Von den Vorwürfen der fortgesetzten Gewaltausübung gegen seine damalige Lebensgefährtin und der Körperverletzung an der gemeinsamen Tochter wurde der unbescholtene Angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch im Zweifel freigesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, denn die Staatsanwältin nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Wegen der widersprüchlichen Angaben der ehemaligen Lebensgefährtin sei sie nicht von der Schuld des Angeklagten überzeugt, sagte Richterin Magdalena Rafolt in ihrer Urteilsbegründung. So habe die Zeugin zugegeben, in ihrem Leben in verschiedenen Situationen gelogen zu haben, um finanzielle Vorteile oder Liebe zu erhalten.

Keine Unterstellung

Der Lebensgefährtin dürfe nicht unterstellt werden, dass sie auch die angeklagten Vorwürfe erfunden habe. Aber auf ihre belastenden Aussagen lasse sich kein Schuldspruch stützen. Das beispielsweise auch deshalb, weil sie nicht schon vor der Polizei davon gesprochen habe, ihr Lebensgefährte habe sie einmal mit einem Gürtel geschlagen und dabei auch die kleine Tochter verletzt, die sie auf dem Arm getragen habe.

Im Strafantrag wird dem Angeklagten zur Last gelegt, er habe seine Lebensgefährtin über drei Jahre hinweg immer wieder geschlagen und misshandelt. Demnach soll er seiner schwangeren Freundin einmal einen Tritt in den Bauch versetzt haben, der zu einer in einem Spital behandelten Blutung geführt habe. Bei einem anderen Vorfall soll er sie der Staatsanwaltschaft zufolge mit einem Schlag ins Gesicht bewusstlos geschlagen und dabei einen ihrer Zähne beschädigt haben. Zudem, so die Anklage, habe er einmal im Zorn eine Fernbedienung durch den Raum geworfen, der die kleine Tochter beinahe getroffen habe.

Verbale Auseinandersetzungen

Der Angeklagte bestritt die Tatvorwürfe. Der 27-Jährige sagte vor Gericht, es habe zwischen ihm und seiner damaligen Lebensgefährtin nur verbale Auseinandersetzungen gegeben.

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