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Kind vergewaltigt: 13 Jahre Gefängnis

24.10.2022 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Mann gab im Internet gegenüber der Zehnjährigen an, ein neunjähriges Mädchen zu sein. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Mann gab im Internet gegenüber der Zehnjährigen an, ein neunjähriges Mädchen zu sein. Hartinger

Zudem Einweisung des 28-Jährigen in Psychiatrie.

Der geständige Angeklagte hat im Dezember 2021 in Bregenz in einer eigens dafür angemieteten Wohnung ein zehnjähriges Mädchen gefesselt und vergewaltigt und dabei gefilmt. Der 28-jährige Wiener hat das Kind nach den gerichtlichen Feststellungen im Jänner noch einmal getroffen und versucht, sie in einer Lauteracher Mietwohnung zu vergewaltigen.

20.000 Euro Teilschmerzengeld

Dafür wurde der mit einer Vorstrafe wegen Kindesmissbrauchs belastete Untersuchungshäftling am Montag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem wurde der Angeklagte, dem eine eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit zu den Tatzeiten, Pädophilie und eine Persönlichkeitsstörung bescheinigt wurde, auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Als Teilschmerzengeld hat der Arbeitslose dem Opfer 20.000 Euro zu bezahlen und für allfällige künftige Schäden aus den Taten zu haften.

Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richter Martin Mitteregger ist nicht rechtskräftig. Denn Verteidigerin Andrea Concin und Staatsanwältin Julia Berchtold nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der erhöhte Strafrahmen belief sich auf fünf bis 15 Jahre Haft. Denn das Opfer wurde durch die Taten in einen qualvollen Zustand versetzt und besonders erniedrigt.

Fotos und Videos mit Kinderpornografie

Der Schuldspruch erfolgte wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung, schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, versuchten schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, schwerer Nötigung, Freiheitsentziehung und pornografischer Darstellung Minderjähriger. Verurteilt wurde der Angeklagte auch wegen des Besitzes von mehreren tausend Videos und Fotos mit Kinderpornografie aus dem Darknet.

In Kontrolle geraten

Der Wiener gab sich als neunjähriges Mädchen aus und lernte die zehnjährige Vorarlbergerin im Juli 2021 in einem sozialen Medium kennen. Er bedrohte das Kind und zwang es so zu den Treffen in Bregenz und Lauterach, zu denen er aus Wien anreiste. Bei seiner Rückfahrt nach dem zweiten Treffen fanden Tiroler Polizisten bei einer Verkehrskontrolle im Pkw des ohne gültigen Führerschein fahrenden 28-Jährigen auch einen „Sklavenvertrag“, den die Zehnjährige unterschreiben hatte müssen.

Richter Mitteregger richtete am Schluss der Gerichtsverhandlung einen Appell an Eltern, sich der Gefahren bewusst zu sein, denen Kinder in sozialen Medien ausgesetzt seien.

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