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Scheffknecht gibt Vorsitz bei den Pinken ab

24.10.2022 • 20:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Neos-Klubobfrau Sabine Scheffknecht gibt Landessprecher-Posten ab.

Zehn Jahre Neos: So geht es in Vorarlberg weiter“, lautete der Titel einer kurzfristig für Montagvormittag anberaumten Pressekonferenz der Pinken im Land. Da bereits im Vorfeld durchgesickert war, dass Klubobfrau Sabine Scheffknecht ihren Rücktritt als Landessprecherin ankündigen wird, erschienen dann doch einige Medienvertreter zum Termin im Hotel Krone in Dornbirn. Die große Frage, wer die 44-Jährige an der Parteispitze ablösen wird, blieb allerdings unbeantwortet. Der oder die Kandidatin wird nämlich heute in Bregenz präsentiert. Die Wahl des neuen Landessprechers findet bei der Mitgliederversammlung Anfang 2023 statt.

„Es ist ein gutes Gefühl, den Staffelstab frei von jedem Druck und Machtkalkül weitergeben zu können.“
Sabine Scheffknecht

Scheffknecht, die seit 2013 bei den Neos politisch aktiv ist und ein Jahr später mit ihrer Partei in den Landtag einzog, wird bei der nächsten Landesteamwahl im Jänner nicht mehr kandidieren. Grund dafür ist die in der Satzung festgeschriebene Funktionszeitbeschränkung. „Wir sehen Politik nicht als Beruf auf Lebenszeit, sondern als Berufung für eine gewisse Zeit. Für uns ist klar, dass wir in der gleichen Funktion nur drei Mal kandidieren“, sagte Scheffknecht. Sie bleibe aber Klubobfrau im Landtag. Ob sie bei der Landtagswahl 2024 an den Start geht, ließ sie offen. Möglich wäre es jedenfalls, da Scheffknecht dort erst die zweite Runde absolviert.

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Hartinger

Sie habe die Entscheidung, nicht mehr anzutreten, mit „großer Leichtigkeit“ getroffen. „Es ist ein gutes Gefühl, den Staffelstab frei von jedem Druck und Machtkalkül weitergeben zu können. Ich bin überzeugt, dass es für Parteien wichtig ist, neuen Köpfen und neuen Ideen eine echte Chance zu geben, die Dinge weiterzuentwickeln“, sagte Scheffknecht. „Im Gegensatz zu anderen“ habe man bei Neos viele Talente zur Wahl, die den Staffelstab übernehmen könnten. Es gebe bereits eine ideale Kandidatin bzw. einen idealen Kandidaten.“ Sie unterstütze diese Kandidatur, die Entscheidung liege jedoch zu hundert Prozent bei den Mitgliedern.

Mit der ÖVP ging Scheffknecht wie gewohnt hart ins Gericht. „Wir sehen an der ÖVP, was passiert, wenn man über viele Jahre und Jahrzehnte absolute Macht lebt. Das fördert Korruption und Freunderlwirtschaft.“ Auch einen Seitenhieb auf Landeshauptmann Markus Wallner ließ sich die Klubobfrau nicht nehmen. „Als ich über meine Anfangszeiten nachgedacht habe, musste ich schmunzeln müssen. Damals sagte Landeshauptmann Markus Wallner, dass er die Neos vom Tisch fegen werde. Manchmal kann das Karma schon ein Schlawiner sein.“

Wer wird Neos anführen?

EU-Abgeordnete Claudia Gamon. <span class="copyright">Hartinger</span>
EU-Abgeordnete Claudia Gamon. Hartinger

Mit den Landtagsabgeordneten Johannes Gasser und Garry Thür, dem Nationalratsabgeordneten Gerald Loacker und – last but not least – EU-Mandatarin Claudia Gamon gibt es bei den Pinken gleich mehrere Kandidaten für die Parteispitze. Letztere hätte wohl am meisten Strahlkraft, ihr werden von politischen Beobachtern auch die besten Karten zugeschrieben. Die 33-Jährige saß für die Neos von 2015 bis 2019 im Nationalrat und wechselte im Juli 2019 ins Europäische Parlament. Dort läuft ihre Funktion als Abgeordnete mit der Wahl im Jahr 2024 aus.

Landtagsabgeordneter Johannes Gasser. <span class="copyright">NEUE</span>
Landtagsabgeordneter Johannes Gasser. NEUE

Gerald Loacker ist zwar ein Aushängeschild der Pinken, dürfte aber wegen seiner harten Positionen wohl eher weniger in Frage kommen – auch in Anbetracht der von den Neos angestrebten Regierungsbeteiligung. Außerdem könnte er trotz Funktionszeitbeschränkung noch einmal als Nationalrat kandidieren, vorausgesetzt zwei Drittel der Mitglieder stimmen zu.

Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker. <span class="copyright">Hartinger</span>
Nationalratsabgeordneter Gerald Loacker. Hartinger

Viel wahrscheinlicher ist hingegen, dass Johannes Gasser für den Posten des Landessprechers kandidiert. Der 31-jährige Bregenzerwälder ist seit 2019 Landtagsabgeordneter, davor war er sozialpolitischer Referent im Neos-Parlamentsklub und parlamentarischer Mitarbeiter von Gerald Loacker.

Landtagsabgeordneter Garry Thür. <span class="copyright">NEOS</span>
Landtagsabgeordneter Garry Thür. NEOS

Aber auch dem Landtagsabgeordnetem Garry Thür (49) werden Chancen eingeräumt.Fabienne Lackner, Landesvorsitzende der Neos-Jugendorganisation Junos, dürfte eher nicht als Landessprecherin in Frage kommen. Sie ist zwar rhetorisch begabt, aber mit ihren 25 Jahren noch sehr jung und wohl auch zu unerfahren für den Posten den vakanten Posten.

Junos-Landessprecherin Fabienne Lackner. <span class="copyright">hartinger</span>
Junos-Landessprecherin Fabienne Lackner. hartinger

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