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Fußgänger ausgeraubt: Sechs Monate Haft

25.10.2022 • 21:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Teilbedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten: Vorbestrafter 30-Jähriger schlug und trat nach Ansicht der Richter im Juni 40-jährigen Passanten in Feldkirch und raubte ihm Geld.

Für den sogenannten Straßenraub wurde der mit drei Vorstrafen belastete Angeklagte am Dienstag am Landesgericht Feldkirch zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, zu verbüßende Teil sechs Monate. Als Teilschmerzengeld hat der Angeklagte dem Raubopfer 200 Euro zu bezahlen. Das Urteil des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Silke Sandholzer ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte und Staatsanwältin Claudia Buss-Gerstgrasser nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Der Schuldspruch erfolgte wegen Raubes. Der Strafrahmen belief sich auf ein bis zehn Jahre Gefängnis.

Geschlagen und getreten

Nach den gerichtlichen Feststellungen hat der angeklagte 30-Jährige am 30. Juni in der Nacht beim Feldkircher Bahnhof einen 40-jährigen Fußgänger von hinten angesprungen und ihn so zu Sturz gebracht. Demnach hat der Angeklagte danach den auf dem Boden liegenden Alkoholisierten geschlagen und getreten und und ihm letztlich Geld weggenommen. Der Passant hat eine Gehirnerschütterung, ein Bauchtrauma und Prellungen erlitten.

Angaben waren glaubwürdig

Der Schöffensenat ging von einem geraubten Betrag von etwas weniger als 150 Euro aus. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft war von 70 Euro die Rede. Trotz mancher Widersprüche seien die Angaben des mutmaßlichen Opfers glaubwürdig gewesen, sagte Richterin Sandholzer in ihrer Urteilsbegründung. Der 40-Jährige gab an, der Angeklagte sei ihm nach dem Verlassen eines Lokals zum Bahnhof nachgegangen. Der Angeklagte habe Geld von ihm gefordert. Er habe dem Beschuldigten zehn Euro angeboten. Der 30-Jährige habe abgelehnt und gesagt, er lasse sich nicht mit Almosen abspeisen. Danach sei der Angeklagte tätlich geworden.

Angeklagter bestreitet Schuld

Der Angeklagte selbst sagte, er sei nicht schuldig. Verteidigerin Katrin Tomic beantragte einen Freispruch vom Raubvorwurf und einen Schuldspruch lediglich wegen Körperverletzung. Der 40-Jährige habe den Angeklagten vergeblich darum gebeten, ihm Drogen zu verkaufen. Der Alkoholisierte sei derart aufdringlich gewesen, dass der Angeklagte ihm einen Stoß versetzt und ihn so verletzt habe.

Der Angeklagte war für den Schöffensenat unglaubwürdig. Der 40-Jährige hätte nicht die Polizei gerufen, wenn er dem Angeklagten Drogen abkaufen hätte wollen, meinte Richterin Silke Sandholzer. Zudem deute das erlittene Bauchtrauma auf Schläge und Tritte hin.

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