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Energiekosten machen Kirchen zu schaffen

27.10.2022 • 19:10 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Pfarrer Dominik Toplek in der Kirche in Dornbirn-Schoren, die mit Strom geheizt wird.<br><span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Pfarrer Dominik Toplek in der Kirche in Dornbirn-Schoren, die mit Strom geheizt wird.
Klaus Hartinger

Näher zusammenrücken könnte es vermutlich demnächst in Kirchen heißen.

Die steigenden Energiekosten machen allen zu schaffen. Davon ausgenommen sind auch Kirchen nicht, im Gegenteil, sind es da doch im Normalfall äußerst große Gebäude, die geheizt werden müssen und dementsprechend Kosten verursachen.

Dominik Toplek ist zuständig für die Dornbirner Pfarren Schoren, Rohrbach und Oberdorf. „Wir sind schon seit Längerem am Überlegen, wo wir sparen können“, erzählt er. In einer der von ihm verantworteten Pfarren, in Schoren, wird derzeit noch mit Strom geheizt. Dort werde man die Heizzeiten verkürzen, so einer der Beschlüsse.

Zudem könne man bestimmte Bereiche in der Kirche separat heizen. „Wir werden dann die Leute auffordern, sich dorthin zu setzen, wo geheizt wird“, sagt Toplek. Es gebe auch Überlegungen, die Temperatur bei Veranstaltungen im Pfarrheim zu senken. Das sei aber noch nicht beschlossen, informiert er. Auch bei der Beleuchtung der Kirchen würden Abstriche gemacht. Diese soll zeitlich reduziert bzw. auf stromsparende LED-Lampen umgestellt werden, berichtet der Dornbirner Pfarrer.

Auch an den Kirchen gehen die hohen Energiepreise nicht spurlos vorbei. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Auch an den Kirchen gehen die hohen Energiepreise nicht spurlos vorbei. Dietmar Stiplovsek

Laut Paul Burtscher, Pfarrer in Bildstein und Schwarzach, ist eine Reduzierung der Temperatur derzeit kein Thema, „wir schauen aber, dass wir rationell mit Energie umgehen“, sagt er. Die Bodenheizung in Bildstein habe eine konstante Temperatur von acht Grad. Die würden beibehalten. Bei der Bankheizung schaue man, dass die Leute eventuell näher zusammenrücken. Wesentliches werde sich aber nicht ändern. Noch seien die Strompreise im Land ja relativ stabil, so der Pfarrer. Wirklich virulent werde die Thematik vermutlich erst im nächsten Jahr, wenn die Preise steigen. Burtscher kann sich dann auch vorstellen, unter Umständen die Gläubigen um Kostenbeiträge zu bitten.

Auch an der Beleuchtung der Kirche werde sich nicht viel ändern, eventuell könnte die Beleuchtungszeit verkürzt werden, meint Burtscher. Bei der Beleuchtung gehe es aber darum, ein Zeichen zu setzen, so der Pfarrer, „und die Einsparungen sind da nicht so groß“.

“Wir werden die Leute auffordern, sich dorthin zu setzen, wo geheizt wird”

Dominik Toplek, Pfarrer in Dornbirn

Kleine Änderungen wird es in Frastanz geben. Die Grundtemperatur der Kirche, die durch eine Bodenheizung erzeugt wird, wird von 14 auf zwölf Grad gesenkt, informiert der dortige Pfarrer Norman Burtscher. Die Bankheizung werde hingegen wie schon bisher eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn eingeschaltet und bei der Kommunion wieder ausgeschaltet. Was die Außenbeleuchtung der Kirche betrifft, habe man vor einigen Jahren auf LED umgestellt. „Da hatten wir schon eine gewaltige Einsparung“, erzählt der Pfarrer. Viel mehr sei da vermutlich nicht möglich.

Jürgen Mathis von der Diözese Feldkirch.   <span class="copyright">Mathis</span>
Jürgen Mathis von der Diözese Feldkirch. Mathis

Auch in der Diözese in Feldkirch macht man sich Gedanken über mögliche Einsparungen im Energiebereich. Dafür zuständig ist Jürgen Mathis vom Welthaus Vorarlberg. Der erzählt, dass man schon im vergangenen Jahr die Energiedaten aller Vorarlberger Pfarren erhoben habe. In einem zweiten Schritt versuche man nun, die Pfarren dahingehend zu unterstützen, dass sie von Öl und Gas wegkommen und auf erneuerbare Energien umsteigen.

Brief an die Pfarren

Zugleich wurde ein Brief erstellt, der noch im November von der Diözesanleitung an alle Pfarren im Land verschickt werden soll. Darin sind einige Tipps enthalten, wo und wie Energie gespart werden kann – im Prinzip betreffen auch diese, wie schon von den befragten Pfarren thematisiert, Heizung oder Beleuchtung, erklärt Mathis.

Zudem wird es eine kleine Broschüre geben, die an die Gläubigen verteilt werden soll, informiert Mathis. Auch darin werden Vorschläge zum Energiesparen aufgelistet. „Dabei haben wir aber versucht, auch darzustellen, wie dabei finanziell gespart werden kann“, erläutert Mathis. Auch diese Broschüre soll noch im November verteilt werden.

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