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In zwei Wochen wird gewählt

29.10.2022 • 21:56 Uhr / 9 Minuten Lesezeit
In Höchst steht am 13. November die Bürgermeisterwahl an. <span class="copyright">NEUE</span>
In Höchst steht am 13. November die Bürgermeisterwahl an. NEUE

Vier Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich der Bürgermeisterwahl in Höchst.

Ein neues Gemeindeoberhaupt wird in genau zwei Wochen in der 8257-Einwohner-Gemeinde (Stand: Jänner 2022) Höchst gewählt. Der bisherige Bürgermeister Herbert Sparr (ÖVP) hatte im Juni angekündigt, sich am 30. September aus seinem Amt und allen politischen Funktionen zurückziehen zu wollen. Er begründete seine Entscheidung mit der Gespräch- und Kritikkultur in den politischen Gremien, welche sich seiner Ansicht nach verschlechtert habe.

Spitzenkandidaten von 2020

Insgesamt vier Kandidatinnen und Kandidaten gehen beim Urnengang um das Amt des Gemeindeoberhaupts ins Rennen. Seitens der ÖVP wird dies die bisherige Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda sein. Bei den Freiheitlichen und Neos treten die Spitzenkandidaten aus der Bürgermeisterdirektwahl im Jahr 2020 erneut an. Der Freiheitliche Robert Blum hatte damals 17,58 Prozent der Stimmen erhalten. Jan Fausek von den Neos kam auf einen Stimmenanteil von 2,73 Prozent. Herbert Sparr war damals mit 60,03 Prozent zum Bürgermeister gewählt worden. Für die Grünen landete damals Michaela Müller mit 19,66 Prozent auf Platz zwei. Sie wird bei der Wahl in zwei Wochen jedoch nicht antreten. Stattdessen geht für die Grünen der Unternehmer Stefan Übelhör ins Rennen. Sollte im ersten Wahlgang kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, ist für 27. November die Stichwahl mit den beiden erstplatzierten Kandidaten angesetzt.

In der Gemeindevertretung hält die ÖVP mit 15 von 27 Mandaten die Mehrheit – den Rest teilen sich Grüne (7 Mandate), FPÖ (4) und Neos (1).

Modellgemeinde in Bildung und Betreuung

Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda geht für die ÖVP ins Rennen. <span class="copyright">ÖVP</span>
Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda geht für die ÖVP ins Rennen. ÖVP

Aus Freude an der Gemeindepolitik hat sich die bisherige Vizebürgermeis­terin Heidi Schuster-Burda für eine Kandidatur entschieden. Sie ist seit 22 Jahren auf Gemeindeebene politisch tätig und schätzt vor allem die Nähe zu den Bürgerinnen und Bürgern. Zugleich sei es möglich, viel zu bewirken.
Höchst sieht die Bürgermeister-Kandidatin als beliebte Wohngemeinde und auch als beliebten Standort für Unternehmen. Ebenso sei die Kommune eine Modellgemeinde in Sachen Kinder- und Schülerbetreuung. Seit diesem Herbst sei immerhin fast die Hälfte der Einjährigen in einer Betreuung. „Das gibt es meines Wissens in fast keiner anderen Gemeinde im Land“, meint die Vizebürgermeisterin. Bezüglich der Kritik der Opposition an den jüngsten Entwicklungen in diesem Bereich ist sie zuversichtlich, dass nach der Wahl wieder gemeinsam an Lösungen gearbeitet wird.

Verbesserungspotenzial sieht Schuster-Burda grundsätzlich in allen Bereichen: „Man kann überall besser werden.“ Aufgrund des verstärkten Zuzugs nach Höchst brauche es aber auf jeden Fall weitere Bemühungen bei der Schaffung von leistbarem Wohnraum und beim Ausbau der Infrastruktur.
Als Vorteil sieht die Vizebürgermeisterin, dass sie seit 2019 auch Abgeordnete im Landtag ist. Dadurch habe sie eine gewisse Nähe zu den Entscheidungsträgern im Land. Ebenso sei es wichtig, die Sichtweise der Gemeinden auch in den Landtag zu bringen.

Die Gemeinde zu einem Juwel machen

Unternehmer Stefan Übelhör ist der Bürgermeister-Kandidat der Grünen. <span class="copyright">Grüne/Daniela Rusch</span>
Unternehmer Stefan Übelhör ist der Bürgermeister-Kandidat der Grünen. Grüne/Daniela Rusch

Eine Veränderung in der politischen Kultur in der Gemeinde – das möchte Unternehmer Stefan Übelhör, der als Kandidat für die Grünen in die Bürgermeisterwahl geht. Seit zwei Jahren ist der Quereinsteiger in der Gemeindevertretung aktiv und hat dabei festgestellt, „dass vieles hinter verschlossenen Türen entschieden wird“. Es brauche eine andere Art der politische Zusammenarbeit und Veränderung. Darum habe er sich auch dazu entschlossen, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, nachdem Gemeinderätin Michaela Müller, Spitzenkandidatin der Grünen im Jahr 2020, sich gegen ein erneutes Antreten entschieden hatte.

Die Tatsache, dass seine Fraktion im Falle einer erfolgreichen Wahl zum Bürgermeister keine Mehrheit in der Gemeindevertretung hätte, sieht Übelhör nicht als Problem. Es gebe schon in vielen Bereichen eine gute Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinweg. „Wir sind nicht so weit weg voneinander“, meint der Kandidat.
Die Gemeinde sieht der Unternehmer als extrem attraktiven Lebensraum mit einer „tollen Gemeinschaft“ im Ort. Auch finanziell stehe man gut da. Die Basis sei vorhanden, um aus Höchst ein Juwel machen zu können.
Verbesserungsbedarf sieht der Bürgermeister-Kandidat in Sachen Verkehrspolitik. Hier müsse noch nachhaltiger agiert werden als bisher. Ebenso macht sich der Unternehmer für eine Belebung des Dorfzentrums stark.

Potenzial wird nicht ausgeschöpft

FPÖ-Kandidat Robert Blum erhielt beim Wahlgang im Jahr 2020 17,58 Prozent der Stimmen. <span class="copyright">FPÖ</span>
FPÖ-Kandidat Robert Blum erhielt beim Wahlgang im Jahr 2020 17,58 Prozent der Stimmen. FPÖ

Für die Freiheitlichen geht mit dem Unternehmer und Landwirt Robert Blum ins

Für die Freiheitlichen geht Unternehmer und Landwirt Robert Blum ins Rennen um das Amt des Bürgermeisters. Nachdem er schon 2020 bei der Direktwahl angetreten sei, habe er sich auch bei der nunmehrigen Nachwahl für eine Kandidatur entschieden.
Dem Freiheitlichen ist es ein Anliegen, die Gemeinde mitzugestalten. Denn gerade in jüngster Zeit sei nicht alles rund gelau­fen, meint er. Zugleich räumt Blum ein, dass „nicht alles schlecht ist“. Allerdings habe die Kommune viel mehr Potenzial, das derzeit nicht augeschöpft werde. Auch im Bereich der Kinderbetreuung gebe es Probleme und Konfli­­kte, welche gelöst werden müssten.

Der Landwirt und Unternehmer sieht Höchst als „wunderschöne Gemeinde am See“. Mit etwa 8300 Einwohnern habe diese auch eine „schöne Größe“. Nicht zuletzt gebe es im Ort zahlreiche gute Arbeitgeber – einerseits große Firmen, andererseits auch viele kleinere Handwerksbetriebe. Ziel müsse es sein, für alle die entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten sicherzustellen.
Die Gemeinde zeichne sich außerdem durch einen großen Zusammenhalt aus. „Wir haben ein intaktes Dorfleben“, ist der Bürgermeister-Kandidat überzeugt. Er sieht es auch nicht als Problem, dass er als mögliches Gemeindeoberhaupt mit seiner Fraktion keine Mehrheit in der Gemeindevertretung hätte. Einerseits gelte das freie Mandat und andererseits habe er eine gute Gesprächsbasis mit allen Fraktionen. Es müsse wieder mehr um die Sache gehen und nicht um parteipolitisches Geplänkel, meint Blum.

Mehr Leben im Dorfzentrum

Jan Fausek ist schon 2020 für die Neos als Bürgermeister-Kandidat angetreten. <span class="copyright">Neos</span>
Jan Fausek ist schon 2020 für die Neos als Bürgermeister-Kandidat angetreten. Neos

Etwas in der Gemeinde bewirken möchte Neos-Bürgermeister-Kandidat Jan Fausek. Er ist auch schon beim Urnengang im Jahr 2020 angetreten. Ziel müsse es sein, dass Höchst für die Zukunft gut aufgestellt ist und für alle weiterhin lebenswert bleibt. Die Gemeinde habe eine „herrliche Lage am See“, Arbeitsplätze und Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung zu bieten, was auch zu Zuzug führe. Zugleich gebe es dadurch auch viel Verkehr im Ort. Daher gelte es auch, bei Entscheidungen alle Interessen fair abzuwägen.
Ein wichtiges Thema ist für Fausek das Dorfzentrum. Dieses sei zwar schön gestaltet, aber nicht belebt. Dazu brauche es beispielsweise mehr Veranstaltungen wie die heuer erstmals durchgeführte Reihe „Sommer am Kirchplatz“. Auch mehr Einkaufsmöglichkeiten seien gefragt.

Kommunikation verbessern. Höchst ist auch eine fahrradfreundliche Gemeinde, meint Fausek. Allerdings brauche es diesbezüglich noch ein besseres Miteinander. Ausbaufähig ist für den Neos-Kandidaten zudem die Kommunikation seitens der Gemeinde. Informationen müssten besser an die Bürgerinnen und Bürger weitergegeben werden. Nicht zuletzt müsse auch die Bodenpolitik verbessert werden. Denn ohne Grundstücke im Besitz der Gemeinde, gebe es auch nur wenig Spielraum bei der Weiterentwicklung.
Kein Problem wäre es für Fausek als Bürgermeister, dass die ÖVP die Mehrheit der Mandatare in der Gemeindevertretung stellt. Dadurch sei Zusammenarbeit über die Fraktionsgrenzen hinaus gefragt.

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