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Einigung und Konfrontationskurs

04.11.2022 • 18:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit zweieinhalb Wochen wird über den Handels-KV verhandelt. <span class="copyright">APA/EVA MANHART</span>
Seit zweieinhalb Wochen wird über den Handels-KV verhandelt. APA/EVA MANHART

Kollektivvertrags-Verhandlungen in unterschiedlichen Bereichen laufen.

Derzeit laufen in unterschiedlichen Branchen in Österreich die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag (KV). Als Erste haben sich in der Nacht auf Freitag die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter in der metalltechnischen Industrie geeinigt. „Die Beschäftigten – rund 13.000 davon in Vorarlberg – bekommen endlich den gerechten Anteil an den Unternehmensgewinnen, den sie verdienen und angesichts der Teuerung auch brauchen“, teilte PRO-GE Landesvorsitzender Wolfgang Fritz, der bei den Verhandlungen mit am Tisch saß, am Freitagmorgen in einer Aussendung mit. Man habe in den vergangenen Wochen hart für den Abschluss gekämpft.

Soziale Staffelung

Insgesamt zwölf Stunden hat die vierte Verhandlungsrunde, welche Donnerstagmittag gestartet wurde, gedauert. Wie Fritz erläuterte, werden die Ist-Einkommen um bis zu 8,9 Prozent angehoben. Bei den Löhnen gibt es eine allgemeine Erhöhung von 5,4 Prozent, bei der noch zusätzlich ein monatlicher Fixbetrag von 75 Euro dazukommt. Auf diese Weise soll eine soziale Staffelung erreicht werden. Für die unterste Lohngruppe ergebe sich so ein ein Plus von rund 8,9 Prozent. Die Lehrlingseinkommen werden in drei Etappen bis November 2024 auf 1050 Euro (1. Lehrjahr), 1270 Euro (2. Lehrjahr), 1625 Euro (3. Lehrjahr) und 2110 Euro (4. Lehrjahr) erhöht.

PRO-GE-Landesvorsitzender Wolfgang Fritz zeigte sich zufrieden. <span class="copyright">ÖGB</span>
PRO-GE-Landesvorsitzender Wolfgang Fritz zeigte sich zufrieden. ÖGB

Mit dem Abschluss bekämen die Beschäftigten „einen fairen Anteil an den Unternehmensgewinnen“ und einen Ausgleich für die gestiegenen Preise, meinte Fritz. Ebenso habe man Einmalzahlungen wie von den Arbeitgebern gewünscht verhindert. Dadurch ergebe sich auch eine dauerhafte Wirkung. Der Druck der Gewerkschaften und die Kampfbereitschaft der Arbeitnehmer hätten den Abschluss möglich gemacht, betonte der Landesvorsitzende.

Betriebsversammlungen

Noch weit von einer Einigung entfernt sind die Beteiligten dagegen beim Handels-KV, wie der Vorarlberger GPA-Verhandler Arthur Tagwerker ebenfalls in einer Aussendung mitteilte. Die zweite Gesprächsrunde wurde am Donnerstag ohne Ergebnis abgebrochen. Das Angebot der Arbeitgeber sei „völlig unzureichend“ und entspreche nicht dem, was sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient hätten. Für die kommende Woche wurden Betriebsversammlungen angekündigt. Bei diesen sollen die Beschäftigten über den aktuellen Stand der Verhandlungen informiert werden. Ebenso wird über das weitere Vorgehen beraten. In Vorarlberg sind rund 25.000 Angestellte und Lehrlinge im Handel beschäftigt. Neun Betriebsversammlungen sind in Vorarlberg geplant.

GPA-Verhandler Arthur Tagwerker wäre mit einem Abschluss wie bei den Metallern durchaus zufrieden. <span class="copyright">ÖGB</span>
GPA-Verhandler Arthur Tagwerker wäre mit einem Abschluss wie bei den Metallern durchaus zufrieden. ÖGB

Welche Maßnahmen getroffen werden, falls es in der dritten und vierten Verhandlungsrunde ebenfalls keine Einigung gibt, konnte Tagwerker auf NEUE-Nachfrage noch nicht sagen. Es werde aber auf jeden Fall „größere Aktionen“ geben. Allerdings hält der Gewerkschaftsvertreter eine Einigung in der dritten oder vierten Verhandlungsrunde durchaus noch für möglich. Dabei könne auch der Abschluss der Metaller helfen. Werde beim Handels-KV ein ähnliches Ergebnis erzielt, wäre Tagwerker durchaus zufrieden, meinte er.

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