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Holger Rune: Ein talentierter “Bengel”

07.11.2022 • 12:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Holger Rune triumphierte in Paris
Holger Rune triumphierte in Paris AP

Ein junger Däne ist der aufstrebende Stern im Tenniszirkus.

Eines ist unbestritten. Holger Rune will die Nummer eins der Tenniswelt werden. Während sich das viele nur denken, ist er jemand, der das offen ausspricht. Mit seinen 19 Jahren ist er selbstbewusst. Das hebt ihm von vergleichbaren Spielern ab. Bereits mit 15 Jahren war er überzeugt, gegen Rafael Nadal gewinnen zu können. Er ist ein echter Spitzbub, der ganz genau weiß, was er will. Auffallen kann er, und zwar in jeglicher Hinsicht. Das liegt anscheinend in der Familie, denn seine Schwester Alma ist Model und pendelt zwischen Mode-Metropolen wie Paris und Mailand.

Der Däne war bei den diesjährigen French Open in aller Munde, als er im Viertelfinale seine Mutter mehrfach lautstark aufforderte, aus dem Stadion zu gehen. „Wenn du mir nicht helfen kannst, dann geh‘!“ Was Aneke Rune auch tat. Für diese Aktion erntete das Megatalent Kritik von vielen Seiten. Kürzlich watschte ihn noch der dreifache Grand-Slam-Champion Stan Wawrinka ab, als er ihm beim Shakehands mitteilte: „Mein Rat ist, dass du aufhörst, dich auf dem Platz wie ein Baby zu benehmen.“

Ein Juwel, das noch geschliffen werden muss

Man kann von ihm halten, was man will, doch der junge Mann könnte in schnellen Schritten die Tenniswelt erobern. Spätestens nach seinem Premieren-Masters-1000-Triumph in Paris-Bercy, als er Superstar Novak Djokovic knapp bezwang, ist klar, dass Rune ein Juwel ist, das aber noch geschliffen werden muss.

Mit Patrick Mouratoglou, dem Ex-Trainer von Serena Williams, hat Rune einen routinierten Coach an seiner Seite, der der Nummer zehn der Welt den nötigen Feinschliff verpassen wird. Er wird versuchen, dass der Risingstar seine Emotionen mehr unter Kontrolle bekommt. Der dreifache ATP-Titelträger wechselte während seiner Partien häufig von Aggression zu Passivität. Er durchlebt einen Reifungsprozess, dem er sich bewusst sein muss, denn nur als kleiner „Bengel“ will er nicht verschrien sein . Der Tennissport braucht Typen, die polarisieren. Er könnte sich definitiv zu solch einem entwickeln.

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