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Mordfall Schwarzach: Jetzt steht die Anklage

07.11.2022 • 17:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im April kam es in Schwarzach zu einer Gewalttat. <span class="copyright">Hartinger</span>
Im April kam es in Schwarzach zu einer Gewalttat. Hartinger

Staatsanwaltschaft erhob Mordanklage gegen 38-Jährige aus Schwarzach.

Wegen Mordes hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch Anklage gegen die 38-jährige Schwarzacherin erhoben. Das teilte am Montag auf Anfrage Behördensprecher Heinz Rusch mit. Der Angeklagten werde vorgeworfen, am 12. April in ihrem Einfamilienhaus in Schwarzach ihren 35-jährigen Ehemann mit einem wuchtigen Stich mit einem Küchenmesser mit einer Klingenlänge von 20 Zentimetern in den linken oberen Brustkorb vorsätzlich getötet zu haben, sagte Rusch.

Noch nicht rechtswirksam

Die Anklageschrift ist noch nicht rechtswirksam. Verteidiger Alexander Wirth sagte auf Anfrage, es sei noch offen, ob gegen die Anklageschrift beim Oberlandesgericht Innsbruck Einspruch erhoben werde oder nicht. Deshalb liegt noch kein Prozesstermin vor. Sollte die Anklage rechtswirksam werden, würde am Landesgericht Feldkirch ein Geschworenenprozess unter dem Vorsitz von Richterin Sabrina Tagwercher stattfinden.

Staatsanwaltschaft erhob Anklage. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Stiplovsek

Gewalt in der Beziehung

Seine unbescholtene Mandantin habe keinen Mord begangen, sondern nur einen Totschlag, sagte Verteidiger Wirth am Montag. Sie habe sich in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung zu dem Tötungsdelikt hinreißen lassen. Selbst in der Anklageschrift sei davon die Rede, dass die Angeklagte jahrelanger wiederholter Gewaltausübung durch ihren Gatten ausgesetzt gewesen sei. Die Mutter von sechs Kindern habe sich deswegen in psychiatrischer Behandlung befunden und im Februar 2022 die Scheidung eingereicht. Vier der sechs Kinder habe sie gemeinsam mit dem 35-jährigen Opfer, das sie 2011 in zweiter Ehe geheiratet habe. Er habe zuletzt nicht mehr gearbeitet, sie sei berufstätig gewesen.
Für Mord sieht das Strafgesetzbuch 10 bis 20 Jahre oder lebenslängliche Haft vor, für Totschlag 5 bis 10 Jahre Gefängnis. Die Angeklagte befindet sich in Untersuchungshaft.

Verteiger Alexandder Wirth. <span class="copyright">neue</span>
Verteiger Alexandder Wirth. neue

Tochter alarmierte Rettung

Sie habe unmittelbar nach der Tat eine Tochter angewiesen, per Notruf die Rettung zu verständigen, so Verteidiger Wirth. Am Tatabend sei es wieder einmal zu einem Streit gekommen. Er habe ihr die Schuld dafür gegeben, dass die Kinder zu Bett gegangen seien, ohne sich von ihm zu verabschieden. Er habe sie gestoßen und verbal erniedrigt. Daraufhin habe sie einmal zugestochen und ihren Mann unglücklicherweise in der Herzgegend getroffen. Eine halbe Stunde nach der Tat sei er gestorben. Die herbeigerufene Rettung habe den 35-Jährigen nicht mehr reanimieren können

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