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ATIB plant „keine Großmoschee“

10.11.2022 • 09:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kulturzentrum Lustenau
Kulturzentrum Lustenau

Die türkische Kulturgemeinde wehrt sich gegen Vorwürfe der FPÖ.

Die Türkisch Islamische Union für kulturelle und soziale Zusammenarbeit in Österreich (ATIB) in Lustenau geht nach der Forderung der FPÖ nach einer Volksbefragung gegen das geplante Moscheeprojekt in die Offensive. Die ATIB gilt als moderat-islamisch, steht aber auch dem türkischen Staat nahe.

Bei dem gegenständlichen Kulturzentrumsprojekt mit inkludierter Moschee der ATIB Lustenau handle es sich um keine „Großmoschee“, sondern in erster Linie um ein Kulturzentrum, in dem ein Gebetsraum (Moschee) mit einer Fläche von etwa 450 Quadratmetern integriert sei, heißt es in einer Aussendung. Die gesamte restliche Fläche des Projektes mit einer Fläche von etwa 1200 Quadratmetern werde als Kulturzentrum genutzt. Darin seien auch Geschäftsflächen mit etwa 100 Quadratmetern und ein kleines Restaurant mit etwa 60 Quadratmetern inkludiert.

Ein Minarett werde nicht errichtet. Beim Anbau handle es sich viemehr um einen Turm. „Ein Minarett hätte definitionsgemäß die Funktion, dass von einem solchen aus zum Gebet gerufen wird“, heißt es von ATIB. Das sei beim gegenständlichen Projekt aber nicht der Fall.

Es entstehe auch kein „überregionales Zentrum des Islam“, wie von der FPÖ behauptet. Das gegenständliche Kulturzentrum samt Moschee diene in erster Linie den ATIB-Mitgliedern der Gemeinde Lustenau. Inwiefern, wie von der FPÖ behauptet – das Kulturzentrum samt Moschee „Probleme und gesellschaftliche Spannungen verursachen soll“ – ist für die türkische Kulturgemeinde „nicht erfindlich und wird von der FPÖ auch nicht näher ausgeführt.“

Im Hinblick auf die Kritik am möglichen zusätzlichen Verkehr verweist man darauf, dass gemäß des im Rahmen des Umwidmungsverfahrens eingeholten Verkehrsgutachtens das Kulturzentrumsprojekt samt Moschee als verkehrsverträglich beurteilt worden sei, zumal es nur am Freitag im Zuge der Verrichtung des Freitagsgebetes durch die ATIB-Mitglieder wie schon bisher zu regelmäßigen Besuchen innerhalb einer Zeitspanne von nur einer Stunde komme. Weiters sei festzuhalten, dass es schon bisher ein Verkehrsaufkommen zu der in der Gemeinde Lustenau schon lange bestehenden Moschee gegeben habe. Da das Kulturzentrum keine überregionale, sondern nur lokale Bedeutung habe, werde auch nicht mit einer zukünftigen Verkehrsmehrbelastung gerechnet.

Die FPÖ behaupte, dass ein „überproportional hoher Anteil“ an islamischen Mitbürgern in der Gemeinde Lustenau herrsche und das „große Herausforderungen mit sich“ bringe sowie „Probleme und gesellschaftliche Spannungen“ verursache. Die ATIB Lustenau kritisiert diese Äußerungen als „besorgniserregend und verantwortungslos“. Muslime in Lustenau mit türkischer, bosnischer, pakistanischer, afghanischer, syrischer oder anderer Herkunft seiem ebenfalls Österreicher und vor allem Menschen. „Menschenrechte sind unabhängig vom Ort zu respektieren, die kulturelle Vielfalt wertzuschätzen. Nur so ist ein friedliches Miteinander möglich.“




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