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Bierflasche traf den Falschen im Gesicht

14.11.2022 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit einer Bierflasche wurde ein Barbesucher im Gesicht getroffen. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Mit einer Bierflasche wurde ein Barbesucher im Gesicht getroffen. Symbolbild/Shutterstock

Keine zu verbüßende Haftstrafe, weil Angeklagter doch geständig war.

Der alkoholisierte Angeklagte schlug nach den gerichtlichen Feststellungen in der Nacht im April mit einer Hand wuchtig gegen die kleine Bierflasche auf dem Bartresen des Bregenzer Nachtlokals. Demnach hätte die Flasche einen 55-jährigen Barbesucher treffen sollen.

Im Gesicht getroffen wurde aber dessen 39-Jähriger Begleiter. Er erlitt einen verschobenen Nasenbeinbruch.

Urteil rechtskräftig

Wegen des Verbrechens der versuchten schweren Körperverletzung und des Vergehens der grob fahrlässigen Körperverletzung wurde der 28-jährige Handwerker am Montag in der Hauptverhandlung am Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von vier Monaten und einer unbedingten, dem Gericht zu bezahlenden Geldstrafe von 3600 Euro (240 Tagessätze zu je 15 Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem der von Harald Bösch verteidigte Angeklagte und Staatsanwältin Julia Müller einverstanden waren, ist rechtskräftig.

Der Strafrahmen betrug dabei sechs Monate bis fünf Jahre Haft. Die verhängte kombinierte Strafe entspricht 14 Monaten Haft. Der Angeklagte hat dem Opfer als Teilschmerzengeld 1000 Euro und dem Gericht 200 Euro an Verfahrenskosten zu bezahlen, sich einem Antigewalttraining zu unterziehen und außerdem Bewährungshilfe in Anspruch zu nehmen.

Keine geworfene Bierflasche

Weil der mit zwei einschlägigen Vorstrafen belastete Angeklagte in der zweiten Verhandlung doch noch geständig gewesen sei, sei ihm eine teilweise zu verbüßende Haftstrafe erspart geblieben, sagte Richter Martin Mitteregger in seiner Urteilsbegründung. Der Strafrichter ging, anders als angeklagt, nicht von einer geworfenen Bierflasche aus. Er stützt sich dabei auf die Angaben des 55-jährigen Zeugen, den die Flasche treffen hätte sollen. Der erfolglose Angriff auf ihn wurde als Verbrechen der versuchten schweren Körperverletzung gewertet und war für die Strafbemessung maßgeblich.

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