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Bürgermeisterwahl geht in nächste Runde

14.11.2022 • 19:50 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Stefan Übelhör und Heidi Schuster-Burda sind in der Stichwahl. Roland Paulitsch

Wer in Höchst Gemeindeoberhaupt wird, wird am 27. November entschieden.

Im Juni hatte der Höchster Bügermeister Herbert Sparr (ÖVP) angekündigt, sich mit 30. September nach neun Jahren aus seinem Amt und allen politischen Funktionen zurückzuziehen. Als Grund gab er eine seiner Ansicht nach verschlechterte Gesprächs- und Kritikkultur in den politischen Gremien an. Interimistische Nachfolgerin wurde Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda (ÖVP).

Schuster-Burda war am Sonntag nun eine von vier Kandidatinnen und Kandidaten, die zur Bürgermeister(in)wahl in der Rheindeltagemeinde antraten. Neben der langjährigen ÖVP-Mandatarin, die seit 2019 auch im Landtag ist, stellten sich wie berichtet noch drei Männer der Wahl: Robert Blum von den Freiheitlichen, Stefan Übelhör von den Grünen und Jan Fausek von den Neos.

Knappes Ergebnis

Bei der Wahl am Sonntag gelang es keinem der vier Angetretenen die notwendige absolute Mehrheit zu erringen. Somit wird es am 27. November zu einer Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten kommen: Die ÖVP-Kandidatin konnte 36,75 Prozent der Stimmen auf sich vereinen – knapp gefolgt von Übelhör mit 34,57 Prozent. Zwischen ihnen beiden wird Ende November nun die Entscheidung fallen.

Für Robert Blum stimmten 25,01 Prozent, für Jan Fausek 3,68 Prozent. Insgesamt betrug die Wahlbeteiligung inklusive Wahlkarten 53,42 Prozent – das sind 3263 Personen, die ihre Stimme abgaben.

In Höchst wird es ein neues Gemeindeoberhaupt geben.    <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
In Höchst wird es ein neues Gemeindeoberhaupt geben. Klaus Hartinger

„Wir haben mit einer Stichwahl spekuliert“, sagt Stefan Übelhör. „Mit so einem Ergebnis haben wir aber nicht gerechnet. Das hat uns überrascht und auch mit Stolz erfüllt“ so der Grünen-Kandidat am Tag nach der Wahl. Er interpretiert das Ergebnis dahingehend, dass in Höchst der Ruf nach Veränderung da sei. Seine Chancen für die Stichwahl sieht er intakt – „ich glaube, dass sie recht gleichmäßig auf beide verteilt sind“.

Sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, ist Übelhör in der Gemeindevertretung mit einer ÖVP-Mehrheit konfrontiert. Die Volkspartei hält dort 15 von 27 Mandaten. Die Grünen kommen auf sieben, die FPÖ auf vier und die Neos auf eines. Wie es dann weitergeht, „liegt ein Stück weit nicht in meiner Hand“, so der Grünen-Kandidat. Er geht aber davon aus, dass es möglich ist, sachpolitisch zusammenzuarbeiten. „Wir sind alle gewählt und angetreten, weil wir für Höchst etwas Gutes wollen.“ Inhaltlich sei man manchmal unterschiedlicher Meinung, „persönlich schätze ich die Menschen aber“, betont Übelhör.

Eine „Herausforderung“ würde die Arbeit aber sicher werden, sagt er. Als Bürgermeister würde er vor allem auf Transparenz setzen: „Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger ins Boot holen und nicht alles hinter verschlossenen Türen machen“. Ein Live-Stream der Gemeindevertretungssitzungen oder eine themen- und situationsbezogene Besetzung der Ausschüsse mit Bürgerinnen und Bürgern, nennt er da etwa als Beispiele.

Am Sonntag gab es noch keine absolute Mehrheit.        <span class="copyright">Roland Paulitsch</span>
Am Sonntag gab es noch keine absolute Mehrheit. Roland Paulitsch

Für ÖVP-Kandidatin Heidi Schuster-Burda war die Stichwahl „absehbar“, wie sie am Tag danach sagt. Überrascht wurde sie allerdings vom Ausmaß. „Das hat mich schon getroffen.“ Gründe für das unerwartet bescheidene Abschneiden sieht sie mehrere. So habe es von Bund und Land keinen Rückenwind gegeben, sagt sie, wobei es ihr nicht darum gehe, jemandem die Schuld zu geben, betont sie. Zudem sei über Monate das Thema der privaten Kinderbetreuung in Höchst sehr negativ zu ihren Lasten ausgelegt worden.

Dennoch gehe sie jetzt voll motiviert in die Stichwahl, so Schuster-Burda. „Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Zählt Erfahrung und dass man es kann oder ist nur Veränderung erwünscht“, sagt sie dazu. Diese Frage würden am 27. November die Höchsterinnen und Höchster beantworten. Einer ihrer Schwerpunkte nach einer für sie erfolgreichen Wahl wäre es, die Gräben zu schließen, sagt Schuster-Burda. „Ich möchte auf alle zugehen, die das Gefühl haben, dass ich ihnen nicht positiv gesinnt bin.“ Was die Gemeinde betrifft, gebe es viele Themen, die anzugehen seien. Bildung, Zentrumsentwicklung seien nur zwei davon, so die ÖVP-Kandidatin.

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