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LED-Teelichter: Mehrheit nicht kindersicher

14.11.2022 • 17:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
LED-Lichter, Batterie
LED-Lichter, Batterie HK Fotografie – stock.adobe.com

Produkttest: Kerzenalternativen können für Kinder gefährlich werden.

In der Adventzeit nimmt der Einsatz von Teelichtern massiv zu, die kleinen Kerzen sollen für vorweihnachtliche Stimmung sorgen. Doch auch Teelichter können sprichwörtlich brandgefährlich sein. Aus diesem Grund greifen viele zu nicht brennbaren Alternativen: LED-Teelichter. Wie nun ein Test des Kuratoriums für Verkehrssicherheit ergeben hat, bergen die LED-Teelichter Gefahren für Kleinkinder. Nur acht von zehn getesteten Produkten, die im österreichischen Handel erhältlich sind, erwiesen sich als kindersicher.

Die Schwachstelle zahlreicher dieser LED-Teelichter sind die Knopfbatterien, mit denen diese betrieben werden. Denn ist das Batteriefach leicht zu öffnen, kann dies zu einer Gefahr für Kinder werden. “Die kleinen, silberglänzenden Batterien wirken auf Kleinkinder äußerst anziehend”, schreibt das KFV in einer Aussendung. Demnach würden Untersuchungen zeigen, dass vor die Wahl gestellt, zwei von drei Kindern im Alter zwischen ein und drei Jahren eher zur Knopfbatterie greifen als zu einem normalen Spielzeug.

Die Gefahr besteht dann, wenn Kinder die Batterien aus dem Fach lösen und diese verschlucken. Die runden, kleinen Batterien können in der Speiseröhre stecken bleiben. Durch den Kontakt mit den feuchten Schleimhäuten entsteht ein Stromfluss und eine chemische Reaktion, die zu schwersten Verletzungen und Gewebeschäden führen kann – mit mitunter lebensbedrohlichen Folgen.

Der KFV hat Testkäufe in 127 österreichischen Geschäften bzw. in Online-Shops durchgeführt, um zu untersuchen, ob die Batteriefächer kindersicher sind. Kindersicher bedeutet, dass diese mit einer Schraube verschlossen sind. Das Ergebnis: “Rund die Hälfte der getesteten Geschäfte hatte LED-Teelichter lagernd. Jedoch nur 15 Prozent davon hatten eine fest verschraubbare und somit kindersichere Variante in ihrem Sortiment”, sagt Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Demnach scheint es aber so zu sein, dass die Kindersicherheit nicht über den Preis definiert wird. Denn kindersichere LED-Teelichter sind im Handel bereits ab einem Stückpreis von 0,50 Euro erhältlich und liegen preislich also durchaus auf einem vergleichbaren Niveau wie die unverschraubte Variante.

Reagieren im Notfall

Was ist zu tun, wenn ein Kind eine Batterie verschluckt hat bzw. der Verdacht besteht:  

  • Rettung rufen – Notruf 144
  • Führen Sie kein Erbrechen herbei.
  • Lassen Sie Ihr Kind vor der Untersuchung nichts essen oder trinken.
  • Nehmen Sie die Verpackung der Batterie bzw. das Gerät, in dem sie verwendet wurde, mit ins Krankenhaus, damit Typ und Zusammensetzung der Batterie bestimmt werden können.
  • Auch wenn Kinder sich eine Knopfzelle in Nase oder Ohr gesteckt haben, ist umgehend ärztliche Hilfe zu suchen, um den Fremdkörper schnellstmöglich entfernen zu lassen. 
    Die Vergiftungsinformationszentrale (01/ 406 43 43) berät und unterstützt bei der Abschätzung des Gefährdungspotenzials.

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