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Verringerte Strafen für zwei Waffenhändler

14.11.2022 • 17:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Innsbruck wurden die Geldstrafen verringert. <span class="copyright">Shutterstock</span>
In der Berufungsverhandlung am Oberlandesgericht Innsbruck wurden die Geldstrafen verringert. Shutterstock

Waffenhändlerin und ihr Partner verkauften drei nicht registrierte Waffen.

Die Betreiberin eines Waffengeschäfts und ihr Lebensgefährten haben nach Ansicht der Richter neben regulären auch illegale Waffengeschäfte getätigt.

Nach den gerichtlichen Feststellungen sollen die beiden unbescholten Angeklagten einem vorbestraften Deutschen, der über keinen Waffenschein verfügt, drei nicht registrierte Faustfeuerwaffen verkauft haben.

Für den Verstoß gegen das Waffengesetz wurde die Waffenhändlerin im Dezember 2021 in erster Instanz am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 2640 Euro (240 Tagessätze zu je 11 Euro) verurteilt. Über ihren Lebensgefährten wurde zudem eine Geldstrafe von 3120 Euro (240 Tagessätze a‘ 13 Euro) verhängt.

Geldstrafe herabgesetzt

In der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht (OLG) wurden die beiden Geldstrafen verringert. Der vom monatlichen Einkommen abhängige Teil der Geldstrafen wurde herabgesetzt. Die Höhe des einzelnen Tagessatzes wurde bei der Angeklagten von 11 auf 8 Euro reduziert und beim Angeklagten von 13 auf 9 Euro. Das teilte auf Anfrage der Feldkircher Landesgerichtssprecher Norbert Stütler mit.

In zweiter Instanz wurde die Geldstrafe für die Waffenhändlerin mit 1920 Euro (240 Tagessätze zu je 8 Euro) festgesetzt, für ihren Partner mit 2160 Euro (240 Tagessätze a‘ 9 Euro). Damit hat die Betreiberin des Waffengeschäfts dem Gericht 720 Euro weniger zu bezahlen, ihr Lebensgefährte um 960 Euro weniger. Der OLG-Berufungssenat gab so den Strafberufungen teilweise Folge. Die Urteile sind rechtskräftig.

“Abenteuerliche” Behauptungen

Die Schuldsprüche und der vom Ausmaß der Schuld abhängige Teil der Geldstrafen wurden in Innsbruck bestätigt. Es blieb bei 240 Tagessätzen. Die Geldstrafen entsprechen umgerechnet vier Monaten Haft.
Der mit mehreren Vorstrafen belastete Käufer der Waffen kam schon in erster Instanz rechtskräftig mit einer bedingten, nicht zu verbüßenden Haftstrafe von einem Jahr davon.

Die Richter hielten die belastenden Angaben des 39-jährigen Deutschen türkischer Abstammung für glaubwürdig. Nicht glaubwürdig waren für die Gerichte hingegen die Aussagen der Waffenhändlerin und ihres Lebensgefährten, die den Tatvorwurf bestritten. Ihre Behauptungen seien teilweise abenteuerlich gewesen, sagte der Feldkircher Richter in seiner Urteilsbegründung.

Freigesprochen wurden die Waffenhändlerin und ihr Lebensgefährte am Landesgericht von zwei weiteren angeklagten Waffendeals.

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