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2,5 Jahre Haft für 81 Kilogramm Marihuana

15.11.2022 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte soll in Lustenau 81 Kilogramm Marihuana angebaut haben. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Der Angeklagte soll in Lustenau 81 Kilogramm Marihuana angebaut haben. Symbolbild/Shutterstock

Unbescholtener 30-Jähriger mietete für Drogenbande Haus und half dort beim Ernten bei der Cannabisplantage.

Eine Vorarlberger Dealer­bande hat nach den gerichtlichen Feststellungen in drei eigens dafür angemieteten Häusern in Dornbirn, Lustenau und Nüziders mit großen Indoorplantagen in den Kellern 152 Kilogramm Marihuana im Wert von 1,5 Millionen Euro erzeugt. Davon wurden nach Ansicht der Richter 147 Kilogramm verkauft. Dafür wurden im Vorjahr am Landesgericht Feldkirch die beiden Bandenchefs rechtskräftig wegen Suchtgifthandels zu neun und achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Im Haus in Lustenau wurden nach Überzeugung der Richter 81 Kilogramm Marihuana angebaut. Dafür mitverantwortlich war nach Ansicht eines Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Magdalena Rafolt ein 30-jähriger Türke. Wegen Suchtgifthandels wurde über den unbescholtenen Angeklagten nun am Landesgericht eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verhängt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Nach Überzeugung der Richter trat der Angeklagte als Mieter des Hauses und dort mehrfach als Erntehelfer bei der Drogenplantage auf.

Freispruch

Freispruch. Seine unbescholtene Lebensgefährtin wurde im Zweifel freigesprochen. Auch dieses Urteil ist nicht rechtskräftig. Der 30-Jährigen wird in der Anklageschrift vorgeworfen, auch sie habe den Mietvertrag im Wissen um den Drogenanbau im Keller unterschrieben. Und sie habe daran mitgewirkt, dass keine Fremden den Keller betreten. Sie sagte, sie habe von der Cannabisplantage nichts gewusst.

Ihr Lebensgefährte bestritt, ein Erntehelfer gewesen zu sein. Ihm sei gesagt worden, im Hauskeller werde nur legales CBD-Hanf angebaut, gab der 30-Jährige an. Zugegeben hat er den Konsum von Marihuana.
Bei ihm wurde bei der Strafbemessung die lange Verfahrensdauer berücksichtigt. Die erste Verhandlung in dem Schöffenprozess fand im Mai 2021 statt. Weil sich ein Zeuge in der Türke aufhielt, musste bis jetzt vertagt werden.

61 Kilogramm Marihuana

Inzwischen ist der Zeuge wieder nach Österreich zurückgekehrt. Der 33-jährige Österreicher türkischer Abstammung war selbst ein Mitglied der Drogenbande. In seinem eigenen Schöffenprozess am Landesgericht gab er im September zu, an der Erzeugung von 61 Kilogramm Marihuana sowie am versuchten Abernten von weiteren sechs Kilo beteiligt gewesen zu sein. Zudem hat er nach eigenen Angaben Kokain und Marihuana konsumiert. Dafür wurde der unbescholtene Arbeiter ebenfalls (nicht rechtskräftig) zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

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