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Fortschritt und Veränderung der Pflege

15.11.2022 • 19:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Krankenschwester Anni Raid    <span class="copyright">HannoMackowitz</span>
Die Krankenschwester Anni Raid HannoMackowitz

Das Museum des Wandels zeigt die Arbeitsbiografie der Krankenschwester Anni Raid in der AK Vorarlberg.

Anni Raid ist heute 90 Jahre alt, und immer noch betreut sie Herzinfarktpatienten in ihrer Herz-Turngruppe. Schon in der Schulzeit wollte sie Krankenschwester werden. Ein Beruf, den sie erst über Umwegen ausüben konnte, und der sie bis heute prägt.

Ein Werkzeug von „früher“ wird dem von „heute“ gegenübergestellt. Anhand der zwei Objekte und eines Video-Interviews porträtiert das Museum des Wandels das lange Arbeitsleben der Krankenschwester Anni Raid, die ihren Traumberuf aufgeben musste und sich danach der Remobilisierung von Herzinfarktpatienten in Bregenz widmete. Mit der Arbeitsbiografie möchte die Schaffarei im Foyer der Arbeiterkammer Vorarlberg (AK) zeigen, wie sich Veränderungen auf einzelne Menschen auswirken.

Zudem soll auf den Pflegenotstand in Österreich aufmerksam gemacht werden. Die konstant steigende Anzahl an Pflegebedürftigen könne vom österreichischen Pflegesystem nicht mehr bewältigt werden. Auch in Vorarlberg mache sich der Pflegenotstand in Missständen deutlich, wie die AK Vorarlberg aufzeigt.

Rückblicke

Ganz persönlich erzählt Anni in Videoaufnahmen von ihrem Leben, den Schwierigkeiten und Herausforderungen des Berufsalltags und den vielen Veränderungen, die sie im Laufe ihrer Tätigkeit als Krankenschwester durch den Fortschritt in der Pflege durchlebte. Aber eines ändert sich nicht. „Der Patient ist immer angewiesen auf eine Schwes­ter“, sagt Raid und spricht über den wichtigen Kontakt mit Patienten.

Seit 1966, als Raid ihren ers­ten Dienst auf der Internen Abteilung am Krankenhaus in Bregenz antrat, haben sich die Arbeits- und auch Versorgungsbedingungen mit den technischen Errungenschaften erheblich verbessert. Auch Arbeitsschritte haben sich erleichtert. So müssen nicht mehr 2000 Liter fassende Sauerstoffflaschen von einem Ort zum anderen geschoben und ans Bett gebunden werden. Mittlerweile gibt es in jedem Krankenzimmer Entnahmestellen für Sauerstoff.

Aber auch mit beruflichen Veränderungen war Anni Raid konfrontiert. Durch eine Allergie auf Desinfektionsmittel konnte sie ihrer Tätigkeit nicht mehr nachgehen und machte in den Jahren 1978/1979 eine Umschulung. Seit 35 Jahren betreut sie nun Herzinfarkt-Akutpatienten mit isometrischen Übungen.

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