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Klimt-Gemälde attackiert

15.11.2022 • 19:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Bild "Tod und Leben" von Gustav Klimt wurde mit Öl überschüttet
Das Bild “Tod und Leben” von Gustav Klimt wurde mit Öl überschüttet Letzte Generation

“Tod und Leben” von Gustav Klimt war durch ein Sicherheitsglas geschützt. Weder Bild noch Rahmen wurden beschädigt.

Nun wurde auch in Österreich ein Kunstwerk zum Ziel von Klimaaktivisten: Das Gemälde “Tod und Leben” von Gustav Klimt bekam einen neuen Anstrich. Im Wiener Leopold Museum überschütteten Klimaaktivisten der “Letzten Generation” am Dienstagvormittag Öl über das Klimt-Bild. Das ist auch auf einem Twitter-Video der Aktivistengruppe zu sehen. “Stoppt die fossile Zerstörung” ist darin zu hören.

Glück im Unglück

Das Werk ist durch eine Glasplatte geschützt, dadurch kam es weder am Bild noch am Rahmen zu einem Schaden, wie das Leopold Museum mitteilte: “Nach erster Begutachtung durch unser restauratorisches Team können wir glücklicherweise kommunizieren, dass weder am Bild noch am originalen Hoffmann-Rahmen Schäden entstanden sind, da dem Werk ein großes Schutzglas vorgeblendet ist”, teilte Direktor Hans-Peter Wipplinger mit.

Ein Aktivist klebte sich an diese Glasscheibe an, ein anderer wurde vom Sicherheitsdienst daran gehindert. Vonseiten der Aktivisten heißt es, dass es sich bei der Flüssigkeit um “ungiftiges Fake-Öl” gehandelt habe. Wipplinger betont, dass die Anliegen von Klimaaktivisten berechtigt seien, “aber der Angriff auf Kunstwerke ist definitiv die falsche Richtung, um das angepeilte Ziel, die Verhinderung des prognostizierten Klimakollaps, zu verfolgen”.

Offener Brief

In eine Offenern Brief wendet sich auch der Museumsbund Österreich an die Mitglieder der Letzten Generation:

Die Museen in ganz Österreich bemühen sich nicht nur in ihrem Betrieb, sondern vor allem auch in ihren Ausstellungs- und Vermittlungsprogrammen einen öffentlichkeitswirksamen Beitrag zum Diskurs um durch menschliche Eingriffe hervorgerufene Veränderung unseres Planeten und unserer Lebensgrundlagen sowie deren negative Auswirkungen auf das Klima, die Natur und deren Vielfalt zu leisten.

Demgemäß identifizieren sich die Museen für alle Anliegen des Klimaschutzes und stehen als Gesprächs- und Kooperationspartner:innen
zur Verfügung.

Zugleich sind Museen für die Dokumentation und den Erhalt des Natur- und Kulturerbes verantwortlich, um dieses Erbe an künftige Generationen weiterzugeben. Daraus leitet sich die aktuell immer wichtiger werden Rolle der Museen als außerschulischer Bildungs- und Lernort ab. Der Museumsbund Österreich richtet den dringenden Appell an alle Klimaaktivist:innen, insbesondere jene der Letzten Generation, in ihren eine große öffentliche und mediale Aufmerksamkeit suchenden Aktionen alles zu unterlassen, was den Erhalt des Natur- und Kulturerbes und auch die Rolle der Museen als Bildungs- und Lernort gefährdet. Besucher:innen sollen auch weiterhin Museen ohne größere Zugangsbeschränkungen und ohne Generalverdacht besuchen können.

Vergangene Opfer von Klimaaktivisten

Zuletzt waren etwa Leonardo da Vincis “Mona Lisa” im Louvre, das “Mädchen mit dem Perlenohrring” von Johannes Vermeer in Den Haag, und Gemälde von Andy Warhol, Vincent Van Gogh, Pablo Picasso oder Francisco de Goya Ziel ähnlicher Aktionen geworden. Dabei war häufig Suppe als Flüssigkeit verwendet worden. Da die betroffenen Kunstwerke hinter Glas waren, blieben sie unbeschädigt, einzig die Rahmen mancher Werke trugen Schäden davon.

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