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Elf Jahre Haft für 103 Kilogramm Drogen

17.11.2022 • 21:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Chats wurden aber vom FBI, das die Software entwickelte, und der französischen Polizei überwacht. <span class="copyright">Symbolbild/Shutterstock</span>
Die Chats wurden aber vom FBI, das die Software entwickelte, und der französischen Polizei überwacht. Symbolbild/Shutterstock

Vorbestrafter Montenegriner offerierte und vermittelte nach Ansicht der Richter als Mitglied einer Drogenbande über sein Handy Kokain, Cannabis und Amphetamin.

Wegen Handels und versuchten Handels mit 103 Kilogramm Rauschgift wurde der einschlägig vorbestrafte Angeklagte am Donnerstag in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch zu elf Jahren Gefängnis verurteilt.

Strafberufung

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn der Angeklagte nahm drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Staatsanwalt Markus Fußenegger meldete Strafberufung an. Der Schuldspruch erfolgte wegen der Verbrechen des Suchtgifthandels mit einem Strafrahmen von 1 bis 15 Jahren Haft.

International tätige Drogenbande

Nach Ansicht der Richter hat der mit einem Aufenthaltsverbot belegte Montenegriner während seines erlaubten Besuchs bei seiner Frau und seinen Kindern in Vorarlberg in acht Wochen Abnehmern im europäischen Ausland fünf Kilogramm Kokain und 14 Kilogramm Amphetamin vermittelt. Dies soll er als Mitglied einer international tätigen Drogenbande über sein verschlüsseltes Smartphone durchgeführt haben. Nach den gerichtlichen Feststellungen hat er zudem 23 Kilogramm Kokain, 60 Kilogramm Marihuana und ein Kilogramm Haschisch Zwischenhändlern im Ausland angeboten.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Magdalena Rafolt ging davon aus, dass der 52-Jährige für die verkauften Drogen eine Provision von zumindest 6100 Euro erhalten hat. Diesen Betrag hat der Untersuchungshäftling der Republik Österreich als sogenannten Verfallsbetrag zu bezahlen.

FBI überwachte verschlüsselte Chats

Das Gericht stützte sich auf Chatprotokolle, die dem Angeklagten zugeordnet wurden. Der Montenegriner verwendete ein sogenanntes Kryptohandy mit einer vermeintlich abhörsicheren verschlüsselten Software. Die Chats wurden aber vom FBI, das die Software entwickelte, und der französischen Polizei überwacht. Der im Juni 2021 im Unterland festgenommene Untersuchungshäftling sagte, er habe mit Drogengeschäften nichts zu tun, und beantragte einen Freispruch.

Weitere Verfahren

Im September wurde am Landesgericht in einem ähnlichen Verfahren über einen unbescholtenen Serben wegen des Verkaufs von 455 Kilogramm Drogen eine (nicht rechtskräftige) Haftstrafe von 13,5 Jahren verhängt. Demnach soll der 38-Jährige für eine bosnisch-serbische Bande in Vorarlberg in wenigen Monaten mit einem Kryptohandy 103 Kilogramm Kokain, 62 Kilogramm Heroin und 290 Kilogramm Cannabis im Ausland verkauft haben. Bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch ist noch ein Ermittlungsverfahren gegen einen weiteren Beschuldigten wegen des Verdachts auf Drogendeals mit einem Kryptohandy anhängig.

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