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Ein Erlebnisweg am Litzbach

18.11.2022 • 22:31 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Die Wanderung am Litzbach ist zu dieser Jahreszeit erhohlsam ruhig.<br><span class="copyright">gerhard vylet</span>
Die Wanderung am Litzbach ist zu dieser Jahreszeit erhohlsam ruhig.
gerhard vylet

Wanderführer Hertha Glück und Gerhard Vylet wandern ab Silbertal entlang des Litzbachs zum Wasserfall bei der Gieslaalpe und wieder zurück.

Bei der Talstation der Kristbergbahn oder zehn Gehminuten weiter taleinwärts beim Parkplatz der Sagenfestspiele Silbertal beginnt die Wanderung.

Tosender Wasserfall

Da der erste Teil des Wanderwegs derzeit gesperrt ist, geht es auf der Straße entlang des Litzbachs an Werkgebäuden vorbei weiter ins Tal. Auf der gegenüberliegenden Talseite ist bald der Teufelsbach zu sehen. Bei dieser Wegvariante kann der tosende Wasserfall des Teufelsbachs aus verschiedenen Blickrichtungen gut betrachtet werden, zuletzt auf der Bannwaldbrücke. Hier wird die Litz überquert, und der Erlebnisweg führt links hinauf am Aussichtspunkt Bannwald vorbei zu einem Hochsitz.
Ab hier geht es dem Bach entlang, meist nur leicht bergauf. Der Wegverlauf auf der Forststraße ermöglicht es, das tosende Wasser in seiner Wildheit ausgiebig zu betrachten. Dabei kann man eine Tafel entdecken, die an das Hochwasser 2005 erinnert. Damals wurde auch die Fußgängerbrücke bei der Abzweigung Bärenschlager stark beschädigt.

Kurzbeschreibung

Besonderes: Eine leichte Wanderung entlang des rauschenden Wildbachs. Der Weg eigent sich für die ganze Familie.

Anforderung und Gehzeit: Es sind rund 6,1 Kilometer mit etwa 445 Höhenmetern zurückzulegen. Die Strecke verläuft im Auf und Ab. Die Gehzeit beträgt etwa 3 ½ Stunden.

Markierungen: gelb-weiß, weiß-rot-weiß

Charakter der Wege: Forst-, Waldwege, Straße

Kultur und Natur: Litzbach, Wasserfall Fuchsschwanz-Giesla, Natura-2000-Europaschutzgebiet Verwall, Erlebnisweg Litzbach, Ronner-Platte

Einkehrmöglichkeiten: Silbertal

Start und Ende: Talstation Kristbergbahn, Silbertal; Achtung: der erste Teil des Wanderweges ist aktuell gesperrt, man kann über die Straße ausweichen.

Ausrüstung: Der Witterung und Jahreszeit angepasste Kleidung und Schuhwerk.

Alte Maisäßhütten, die teils als Ferienhäuser genutzt werden, und moosbewachsene Lesesteinmauern bieten einen schönen Anblick. Weitere Stationen des Erlebniswegs verkürzen besonders für junge Wandererer die gefühlte Gehzeit bis zum Gasthof Fellimännle. Der Zugang führt über eine gedeckte Holzbrücke, erbaut von Schülern der HTL Rankweil im Jahr 2006. Weiter taleinwärts gelangt man nach wenigen Schritten zur Abzweigung Hasahüsli. Hier endet der Erlebnisweg mit einer Aussichtsstation, bei der die Berge der Umgebung in den Fokus gerückt werden. Bachaufwärts ist die mächtige Mauer der 1967 errichteten Geschiebesperre zu sehen, aus deren Schlitzöffnung der Litzbach als kleiner Wasserfall hervortritt.

Aussichtspunkt

Ein größerer, natürlicher Wasserfall befindet sich weiter hinten im Tal, nämlich beim Aussichtspunkt Fuchsschwanz. Dort liegt auch die Gieslaalpe. Bis dorthin sind etwa 280 Höhenmeter zu bewältigen. Das große Bachbett des Gieslabachs wird über eine Furt gequert und zeigt dabei die Kraft der Natur. Der Bach und seine Zuläufe entspringen unterhalb des Hoch- und Mittagsjochs.
Kurz darauf wird über die Wildruhezone und das Europaschutzgebiet Verwall informiert, bevor auf einem kleinen Waldweg die letzten Meter zum Aussichtspunkt an der Felskante zurückgelegt werden. Taleinwärts ist der tosende Giesla-Fuchsschwanz-Wasserfall zu sehen. Der Bach hat hier eine Schlucht geformt, aus der er in bewaldete Tobel stürzt. Die steilen Hänge sind mit urwüchsigen Nadelbäumen, wie Weißtanne oder Zirbe und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit mit Torfmoosmatten bewachsen.

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Vylet

Oberhalb des Wasserfalls bietet ein weiterer Aussichtspunkt besondere Blicke in die Tiefe des Tobels und talauswärts zum Muttjöchle. Dieser als „Ronner-Platte“ bezeichnete Platz oberhalb des Wasserfalls wurde von den Bergfreunden Silbertal 1991 erbaut. Hier kann man auch den Wald auf der anderen Bachseite gut sehen. Dieser ist als Biotop „Trura“ ausgewiesen und aufgrund der mosaikartigen Struktur seines Bewuchses besonders interessant. Zurück geht es auf demselben Weg. Dabei kommt man an mit Flechten bunt bewachsenen Steinen vorbei und entdeckt verblühte braune und letzte grüne Farne. Die Litz mäandert gelassen durch die Schotterfläche. Unerwartet ruhig, nur das Rauschen des Bachs im Ohr, ist die Wanderung zu dieser Jahreszeit ein besonders erholsames Erlebnis.

Echter Wurmfarn <span class="copyright">Vylet</span>
Echter Wurmfarn Vylet

Blumenkunde

Echter Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) kann bis zu 120 cm hohe Wedel bilden, die um den Wurzelstock einen Trichter formen. Der Wurzelstock enthält Substanzen, die einst zur Behandlung von Bandwurmbefall verwendet wurden, woher auch der Name kommt. Die Wedel sind bis spät in den Herbst grün und tragen an der Unterseite der Blätter die Sporenbehälter, die sich von Juli bis September verbreiten. In früherer Zeit wurd den Farnsamen besondere ­magische Kräfte zugeschrieben.

Rund um die Tour: Die Sage vom Teufelsbach

In der Schrunser Gegend trieb ein Teufelchen sein Unwesen. Nichts und niemand war vor ihm sicher.

Eines Tages bekam ihn der Pfarrer zu fassen: „So, du Unhold, ich hab dich. Jetzt ist fertig mit deinem wilden Treiben, Teufelchen!“ Das Teufelchen aber wehrte sich, zappelt und zu guter Letzt bat es um Gnade. „Nein, ich werde dich bannen“, entgegnete der Pfarrer und überlegte, ihn in die Erde zu versenken, wurde sich aber bewusst, dass dem Teufelchen dies gefallen würde. „Ja, versenk mich in die Erde“, bat der Unhold.

„Nein, da kommst du wieder und treibst weiterhin dein Unwesen. Ich werde dich ins Feuer werfen.“ „Ja, wirf mich ins Feuer, das ist eine gute Idee“, meinte das Teufelchen und grinste. Wie der Pfarrer das feurige Funkeln in Teufelchens Augen sah, entschied er sich dagegen. Beherzt stieg er mit dem Teufelchen fest in seiner Faust den Berg hinauf nach Innerkapell, denn er wusste einen Gebirgsbach weit weg vom Dorf und den Leuten.

Immer wieder bat das Teufelchen um Gnade, versprach Besserung, zappelte und zeterte. „Ich glaube dir nicht. Ins Wasser mit dir, damit wieder Friede herrscht!“, schrie der Pfarrer und warf das Teufelchen in das Wasser.
Wie das Teufelchen im Bach versank, begann das Wasser zu schäumen und rauschen, zu wirbeln und kräuseln. Der Pfarrer blickte noch lange ins Wasser, um sicher zu sein, dass das Teufelchen nicht zurückkäme. Er segnete gar den Gebirgsbach und stieg wieder hinab ins Tal.

War es vorher ein ruhiger Bach gewesen – seither rauscht er wild tobend und tosend über die Felsen hinab, gischt und zischt. Das Teufelchen aber wurde nie mehr wiedergesehen.
Diese Begebenheit wurde weitererzählt und irgendwann gaben die Menschen dem Bach den Namen Teufelsbach.

Quellen: Alpenpflanzen in ihren Lebensräumen Haupt Verlag, montafon.at,
silbertal.eu, naturvielfalt.at

Karte:
NL 32-03-25 West Klösterle

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