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Tourismus-Kursleiterin klagt Hotel

19.11.2022 • 22:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Hartinger/Symbolbild</span>
Hartinger/Symbolbild

Tourismustrainerin bekämpft Kündigung durch Ausbildungshotel, das auszubildende Ukrainerinnen ausgebeutet haben soll.

Öffentlich in die Kritik geraten ist ein Hotelier aus dem Bezirk Bludenz, der in der Wirtschaftskammer Tourismus-Spartenobmann ist. Ihm wird vorgeworfen, vor dem Krieg geflüchtete Ukrainerinnen in seinem Hotel in ihrer Arbeitskraft ausgebeutet zu haben.

Verdacht des Menschenhandels

In dem Hotel fanden touristische Grundausbildungskurse auch für Ukrainerinnen statt. Nach einer Strafanzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft Feldkirch, offenbar wegen des Verdachts des Menschenhandels mit der Ausbeutung von Arbeitskraft unter Vortäuschung falscher Tatsachen.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) bezahlt als Maßnahme zur Linderung des Personalmangels im Tourismus die mehrwöchigen Basiskurse für die Bereiche Service, Küche und Housekeeping. Von den AMS-Fördergeldern fließen 75 Prozent an das Ausbildungshotel und 25 Prozent an das für die Organisation der Kurse zuständige Dornbirner Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifi) der Wirtschaftskammer.

Täuschung

Ukrainerinnen sollen etwa für Reinigungsarbeiten im Ausbildungshotel und bei Reinigungsunternehmen herangezogen und dafür lange nicht bezahlt worden sein. Zudem sollen ihnen Arbeitsbedingungen versprochen worden sein, die nicht erfüllt worden seien. So sollen geflüchtete Frauen über das Ausmaß der Bezahlung getäuscht worden sein.

Der Betreiber des Ausbildungshotels weist die Vorwürfe als falsch zurück. Dahinter würde eine ehemalige Leiterin der Ausbildungskurse stecken, vermutete der Hotelier bei einer Pressekonferenz. Die anwaltlich von Clemens Achammer vertretene Ex-Kursleiterin hat die vom Hotelier betriebene GmbH verklagt. Das bestätigte auf Anfrage Landesgerichtssprecher Norbert Stütler. In der arbeitsrechtlichen Klage werde die Kündigung durch den Dienstgeber angefochten, teilte Stütler mit. Der Arbeitsprozess am Landesgericht Feldkirch beginne am 11. Jänner 2023.

Die Dienstgeberkündigung sei ohne Bekanntgabe von Gründen rechtswidrig und zudem sozialwidrig erfolgt, werde in der Klage behauptet, so Stütler. Die beklagte Partei beantrage die Abweisung der Klage. Denn die Klägerin sei keine Dienstnehmerin der beklagten Partei gewesen. Es habe nur ein Werkvertrag bestanden. Wegen massiven Fehlverhaltens der Klägerin sei das Vertrauensverhältnis zerrüttet worden. So habe die Trainerin für Service, Küche und Housekeeping versucht, Kursabsolventinnen nur an befreundete Unternehmen zu vermitteln.

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