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Vater starb: Sohn klagt Autofahrerin

21.11.2022 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am 13. Jänner starb ein 39-jähriger Radfahrer bei einem Unfall in Schlins. <span class="copyright">Symbolbild/Vol.at</span>
Am 13. Jänner starb ein 39-jähriger Radfahrer bei einem Unfall in Schlins. Symbolbild/Vol.at

Die Frau stand bereits strafrechtlich vor Gericht und wurde verurteilt.

Der damals 13-jährige Oberländer verlor seinen Vater durch einen Verkehrsunfall. Der 39-jährige Radfahrer wurde am 13. Jänner in Schlins von einem Auto angefahren und starb noch an der Unfallstelle.

Der nunmehr 14 Jahre alte Schüler fordert in einem anhängigen Zivilprozess am Landesgericht Feldkirch 30.000 Euro als Schadenersatz von der Haftpflichtversicherung der Autofahrerin. Der minderjährige Kläger verlangt vor allem jeweils Renten für Unterhaltszahlungen und Geschenke bis zu seiner Selbsterhaltungsfähigkeit sowie den Ersatz von Anwaltskosten im Strafverfahren.

Sehr gutes Verhältnis

Am Montag fand die letzte Verhandlung statt. Die Zivilrichterin wird nun das Urteil schreiben. Der 14-jährige Kläger sagte, er habe ein sehr gutes Verhältnis zu seinem getrennt von ihm lebenden Vater gehabt. Sie hätten sich wöchentlich gesehen, und er habe Taschengeld und Geldgeschenke von seinem Vater erhalten.
Im Strafprozess wurde die Autofahrerin im Juli am Bezirksgericht Feldkirch wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Dafür wurde die unbescholtene 55-Jährige rechtskräftig zu einer teilbedingten Geldstrafe von 6300 Euro (180 Tagessätze zu je 35 Euro) verurteilt. Davon belief sich der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil auf 2100 Euro. 4200 Euro wurden für eine Bewährungszeit von drei Jahren bedingt nachgesehen.

Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Gravierendes Mitverschulden

Die Strafe fiel auch deshalb milde aus, weil nach Ansicht der Strafrichterin dem Radfahrer ein gravierendes Mitverschulden zukommt. Denn der 39-Jährige fuhr an dem Morgen im Jänner bei Dunkelheit auf der Schlinserstraße mit einem unbeleuchteten Mountainbike. Um 7.20 Uhr wurde er von hinten vom Auto erfasst.

Mangelnde Aufmerksamkeit

Mitverantwortlich gemacht für den tödlichen Unfall wurde im Strafverfahren die Autofahrerin, der die Strafrichterin mangelnde Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zur Last legte. Demnach hätte die vom Fernlicht eines entgegenkommenden Autos geblendete Pkw-Lenkerin ihr Fahrzeug von 60 auf 10 Stundenkilometer abbremsen müssen. Dann wäre es nicht zur Kollision gekommen.

Die mögliche Höchststrafe im Strafprozess wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. <span class="copyright">Symbolbild/APA/HELMUT FOHRINGER</span>
Die mögliche Höchststrafe im Strafprozess wäre ein Jahr Gefängnis gewesen. Symbolbild/APA/HELMUT FOHRINGER

Die Strafrichterin berief sich dabei auf das Gutachten des verkehrstechnischen Sachverständigen Christian Wolf. Der auch für den Zivilprozess bestellte Gutachter sagte am Montag, mit leichtem bis mittleren Abbremsen hätte die Autolenkerin die Kollision verhindern können.

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