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Warnstreik: Stehen Züge bald still?

21.11.2022 • 16:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Warnstreik: Stehen Züge bald still?
Am 28. November 2022 soll es zu Streiks im ganzen Land kommen. (C) APA/ROBERT JÄGER

Gewerkschaft droht ÖBB mit Warnstreik in ganz Österreich.

Die Verhandlungen zu einem neuen Kollektivvertrag (KV) für die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner liegen vorerst auf Eis. Die Arbeitgeberseite hat die Verhandlungen in der vierten Runde unterbrochen, wie am Sonntag mitgeteilt wurde. Am Montagnachmittag folgte nun der Konter der Gewerkschaft vida. “Wir haben daher beim ÖGB eine Streikfreigabe für einen österreichweiten Warnstreik im gesamten Eisenbahnbereich am Montag, 28. November 2022, von 0 bis 24 Uhr beantragt”, wird mitgeteilt. Unabhängig davon bleibe man aber verhandlungsbereit und fordere die Arbeitgeber auf, “an den Verhandlungstisch zurückzukehren“.

“Die Arbeitgeber haben ein Angebot unterbreitet, welches angesichts der weiterhin steigenden Inflation Reallohnverluste von bis zu zwei Prozent bedeuten würde”, so die Gewerkschaft. Die Arbeitgeberseite zeigte sich bereits zuvor erbost, man habe bis zu 12 Prozent mehr Gehalt angeboten. Der Fachverband empfahl seinen mehr als 65 Mitgliedsunternehmen, darunter die ÖBB und die Westbahn, nun die Gehälter “auf freiwilliger Basis und unter Anrechnung künftiger KV-Erhöhungen, die Löhne und Gehälter vorab mit 1. Dezember 2022 befristet auf 12 Monate um 200 Euro pro Monat, mindestens aber um 7,5 Prozent zu erhöhen.” Doch auch die Arbeitgeberseite betonte, weiter verhandlungsbereit zu sein und hofft auf einen Sinneswandel der vida.

“Haben heuer ganz bewusst einen Fixbetrag gefordert”

Die ÖBB als größter Arbeitgeber der Branche will der Empfehlung zur freiwilligen Anhebung jedenfalls nachkommen. Wie ÖBB-Chef Andreas Matthä auf einer Pressekonferenz erklärte, sollen zudem alle Gehälter auf mindestens 2000 Euro brutto angehoben werden.

Die vida bleibt bei ihrer Forderung nach mindestens 400 Euro mehr pro Monat. Einmalzahlungen abseits des KVs würden nicht infrage kommen. “Wir haben heuer ganz bewusst einen Fixbetrag gefordert, weil wir die unteren und mittleren Einkommen stützen müssen”, erklärte die stellvertretende vida-Chefin Olivia Janisch am Montag im Ö1-“Morgenjournal”.

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