Allgemein

Alice auf der Reise
im Uhrwerk

23.11.2022 • 20:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Szenebild von Alice im Wunderland <span class="copyright">Anja Koehler</span>
Szenebild von Alice im Wunderland Anja Koehler

Regisseurin Danielle Fend-Strahm spricht über das Familienstück „Alice im Wunderland“, das ab heute aufgeführt wird.

Heute Abend kommt Lewis Carrolls berühmte Figur Alice auf die Bühne des Vorarlberger Landestheaters. Das Weihnachtsmärchen wird nicht nur Erwachsene mit den Rätseln und Philosophien der fantastischen Welt mitreißen, sondern vor allem Kinder in die bunte und verrückte Traumwelt locken, in der Alice landet, nachdem sie dem weißen Kaninchen in ein Erdloch folgt.

Verworfene Regeln

Dort wird Alice mit einer Welt konfrontiert, die sich nicht an ihre gelernte Logik hält und ihr Urteilsvermögen erstmal auf den Kopf stellt. Die gültigen Regeln sind plötzlich ganz andere, als die die man kennt. Das würde auch Kinder betreffen und beschäftigen, sagt die Regisseurin Danielle Fend-Strahm: „Man erwartet von ihnen etwas, aber die gleichen Regeln gelten für die Erwachsenen nicht. Sie werden nicht ernst genommen oder die ganze Zeit korrigiert. Oder sie kommen nicht in eine Gruppe rein, in die sie gerne reinmöchten.“

Die Regisseurin Danielle Fend-Strahm <span class="copyright">Ronja Svaneborg</span>
Die Regisseurin Danielle Fend-Strahm Ronja Svaneborg

Mitten in der Coronazeit, als Fend-Strahm und die Intendantin des Landestheaters Stephanie Gräve erstmals über Alice sprachen, war Carrolls Welt der unseren in gewisser Weise gar nicht so unähnlich. „Dieses Thema, dass nichts so ist wie es scheint, war plötzlich so aktuell“, erklärt Fend-Strahm, „Man kann sich nicht auf gegebene Gegebenheiten verlassen. Kaum hat man das Gefühl, dass man weiß, wie etwas ist, oder wie etwas geht, ändern sich die Regeln wieder und alles kann anders sein, aus groß wird klein und klein wird groß.“

Zumindest bleibt Alice immer Alice, während die anderen fünf Darsteller jeweils mehrere Rollen spielen. Um sie herum passiere so einiges: Es gibt Begegnungen mit den Figuren, die man schon aus Alice im Wunderland kennt, darunter auch die Raupe, die Teegesellschaft, der Eiermann und natürlich die Königin und die sprechenden Karten, die in „tollen farbigen Kostümen“ ganz klar zu erkennen seien, beschreibt die Regisseurin. Das Bühnenbild erinnere an ein Uhrwerk und an die Zeit, die immer weiter vorangetrieben wird, und die man doch nicht so genau beschreiben könne.

Bekannte Figuren

Mit ein bisschen Steam Punk, verschiedenen Bühnenelementen, der Theatermaschinerie und orchestraler filmischer Musik, die extra für die Inszenierung komponiert wurde, versucht Fend-Strahm die Erwartungen der Zuschauer zu treffen. Was herausfordernd sei, weil schon jeder das Gefühl habe, Alice zu kennen. „Alle haben bei Alice im Wunderland ein Bild vor sich, weil es so viel Literatur über sie gibt, es gibt Tausende Lieder über Alice im Wunderland, man kennt die Figuren.“

Da gibt es das weiße Kaninchen, das zu spät kommt, die grinsende Katze, die unsichtbar wird und natürlich den verrückten Hutmacher, der im Garten des Märzhasen rund um die Uhr eine Teeparty schmeißt. Lebende Flamingos werden beim Krocketspiel als Schläger verwendet und die autoritäre Königin droht jedem mit Enthauptung. All diesen absurd erscheinenden Gestalten begegnet Alice, bevor sie wieder aus diesem Traum erwacht und mit den ganzen Erfahrungen verwirrt zurückbleibt. „Weil viele Figuren auch gar nicht so nett mit ihr umgehen, hinterlässt das natürlich was an ihr“, sagt die Regisseurin.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.