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Hohe Strafen: 14.700
sowie 10.200 Euro

24.11.2022 • 22:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/APA

Vom Einkommen abhängige Geldstrafen fielen in zwei Prozessen um Alko-Unfall und Drogenanbau hoch aus.

Die Höhe einer Geldstrafe in gerichtlichen Strafverfahren ist auch vom Einkommen des Täters abhängig. Deshalb wurden am Donnerstag in zwei hintereinander stattfindenden Strafprozessen im Saal 106 des Landesgerichts Feldkirch zwei sehr gut verdienende Angeklagte zu hohen Geldstrafen verurteilt.

Geldstrafen

In der ersten Verhandlung wurde über einen 36-jährigen Angestellten mit dem Nettogehalt von 2300 Euro eine Geldstrafe von 10.200 Euro (300 Tagessätze zu je 34 Euro) verhängt. Die Geldstrafe für den im Prozess danach verurteilten Produktionsleiter mit dem Monatseinkommen von netto 4300 Euro betrug 14.700 Euro (420 Tagessätze à 35 Euro). Wäre der dreifach vorbestrafte 36-Jährige arbeitslos gewesen, hätte seine Geldstrafe nur 1200 Euro (300 Tagessätze zu je 4 Euro) ausgemacht. Und der unbescholtene 41-Jährige hätte dem Gericht nur 1680 Euro (420 Tagessätze à 4 Euro) zu bezahlen.

Der 41-Jährige hatte zuhause Marihuana angebaut. <span class="copyright">Symbolbild/AP</span>
Der 41-Jährige hatte zuhause Marihuana angebaut. Symbolbild/AP

Der 36-jährige Unterländer wurde wegen grob fahrlässiger Körperverletzung schuldig gesprochen. Er war am Vormittag des 16. Juli mit 1,4 Promille an Restalkohol in Lustenau mit seinem E-Bike mit 25 km/h heimwärts unterwegs, rauchte dabei eine E-Zigarette und stieß auf der Gegenfahrbahn gegen eine 86-jährige Radfahrerin. Seine Nachbarin wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

Schmerzengeld

Der Angeklagte hat schon vor dem Prozess der Geschädigten die geforderten 5000 Euro an Schmerzengeld zukommen lassen. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen. Die verhängte Geldstrafe entspricht fünf Monaten Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Angeklagte chauffierte das Opfer am Donnerstag mit seinem Auto zur Gerichtsverhandlung.

In der nächsten Verhandlung gab der 41-jährige Unterländer zu, dass er zwischen 2012 und 2022 daheim rund zwei Kilogramm Marihuana angebaut und geraucht hat. Der (nicht rechtskräftige) Schuldspruch erfolgte wegen Suchtgifthandels, mit einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren Haft. Die verhängte Geldstrafe kommt umgerechnet sieben Monaten Haft gleich.

Strafe statt Therapie

Der Angeklagte nahm vom Angebot von Therapie statt Strafe keinen Gebrauch. Wenn er sich therapeutischen Maßnahmen unterziehen würde, müsste der Familienvater die Geldstrafe von 14.700 Euro nicht bezahlen. Er bezahle dennoch lieber die Geldstrafe, sagte der 41-Jährige. Seit der Hausdurchsuchung und einer kurzen ambulanten Therapie rauche er kein Marihuana mehr, sondern nur noch legales CBD.

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