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Anklage: Ferrari aus Zollgarage entwendet

26.11.2022 • 21:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Symbolbild/AFP

Noch kein Urteil: Sportwagen soll geschmuggelt und trotz Beschlagnahme entwendet worden sein. 99.000 Euro wurden an Zoll bezahlt.

Was passiert sein soll, schildert die Staatsanwaltschaft Feldkirch aus ihrer Sicht so: Ein mehrere Hunderttausend Euro teurer Ferrari 488 Pista wurde am 4. Dezember 2019 über den Grenz­übergang Mäder von der Schweiz nach Österreich geschmuggelt. Bei einer mobilen Zollkontrolle auf der Landesstraße zwischen Lustenau und Dornbirn wurde an jenem Abend der ohne Zollpapiere auf einem Anhänger transportierte Sportwagen beschlagnahmt. Am 8. Dezember 2019 wurde das beschlagnahmte Auto aus einer aufgebrochenen Wolfurter Zollgarage entwendet und in eine Tiefgarage nach Zürich gefahren.

Prozess wird fortgesetzt

Dafür müssen sich vier ausländische Angeklagte seit November 2021 in einem Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch verantworten, wegen Schmuggels, Verstrickungsbruchs, Sachbeschädigung und in einem Fall wegen Abgabenhehlerei. Zur jüngsten Verhandlung in dieser Woche erschien nur der von Manuel Dietrich verteidigte rumänische Drittangeklagte, der bei der Zollkontrolle erwischt wurde. Ein Angeklagter befindet sich in Schweizer Strafhaft. Der Prozess soll im Dezember und Jänner fortgesetzt wurden.

Vier Angeklagte müssen sich in einem Schöffenprozess am Landesgericht verantworten. <span class="copyright">Symbolbild/Hartinger</span>
Vier Angeklagte müssen sich in einem Schöffenprozess am Landesgericht verantworten. Symbolbild/Hartinger

Für das für den Grenzübertritt nicht angemeldete Luxusauto hat eine Tiroler Handelsfirma als Eigentümerin des 700 PS starken Boliden im Juli 2020 an Einfuhrabgaben nicht weniger als 99.119,13 Euro bezahlt. Daraufhin hat die Schweizer Zollfahndung den Ferrari im September 2020 dem 55-jährigen Erstangeklagten übergeben. Der deutsche Autohändler soll das auf einem Anhänger transportierte Fahrzeug geschmuggelt und die Entwendung aus der Wolfurter Zollgarage in Auftrag gegeben haben. Sein 39-jähriger deutscher Mitarbeiter, der Zweitangeklagte, soll bei der Schmuggelfahrt als Beifahrer in einem Audi Q7 fungiert und dann die Fluchtroute für den entwendeten Ferrari geplant haben.

Zweitschlüssel

Der 32-jährige Viertangeklagte, ein aus dem Kosovo stammender Schweizer Automechaniker, soll im Auftrag des Erstangeklagten mit einem Geißfuß das Vorhängeschloss bei der Wolfurter Zollgarage aufgebrochen und daraus den beschlagnahmten Ferrari entwendet haben. Zuvor soll er sich am 5.12.2019 bei der Hörbranzer Autobahnraststätte vom 33-jährigen rumänischen Transportunternehmer den Zweitschlüssel für den Flitzer mit der Höchstgeschwindigkeit von mehr als 300 km/h geben haben lassen. Über den Grenzübergang Hohenems soll der Automechaniker in der Nacht mit dem Ferrari nach Zürich gefahren sein.

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